A Giroux daguerreotype camera on its tripod in a Paris studio, sliding box body with a brass barrel lens, iodine sensitising box and mercury developing cabinet beside it.
Wofür es benutzt wurde
Mit dem Apparat stellten Käufer nach Daguerres Verfahren Einzelbilder auf versilberten Kupferplatten her. Am 22. Juni 1839 gaben Daguerre und Isidore Niépce dem Pariser Händler Alphonse Giroux, einem Verwandten von Daguerres Frau, vertraglich das Recht, Material und Geräte dafür zu verkaufen (George Eastman Museum). Die erste Anzeige erschien am 21. August 1839, zwei Tage nach Aragos Vortrag vor der Akademie; am 6. September kam die erste Lieferung in Berlin an. Die Ausrüstung kostete 400 Francs, laut New Atlas etwa das Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Arbeiters. Daguerre empfahl je nach Licht 3 bis 30 Minuten Belichtung. Das Exemplar im George Eastman Museum trägt Daguerres Unterschrift und Giroux' rotes Wachssiegel; ein anderes erzielte bei WestLicht in Wien am 29. Mai 2010 inklusive Aufgeld 732.000 Euro.
Was daran neu war
Die Kamera selbst, ein Holzkasten mit Außen- und Innenkasten und achromatischem Objektiv, war optisch nichts Neues. Neu war, dass man ein gerade veröffentlichtes Fotoverfahren als fertiges Gerät kaufen konnte, statt es selbst zu bauen; das George Eastman Museum nennt sie die erste in Stückzahl gefertigte Kamera der Fotografie. Allein war Giroux nicht: Susse Frères verkaufte 1839 eine fast gleiche Kamera, und ob Giroux' Recht exklusiv war, stellen die Quellen unterschiedlich dar. Talbot hatte sein Papierverfahren schon im Januar und Februar 1839 vor der Royal Society vorgestellt. Der Widerhaken: Frankreich kaufte das Verfahren gegen Leibrenten (4.000 Francs jährlich für Isidore Niépce, zusammen 6.000 für Daguerre) und gab es frei. In England aber hielt Daguerres Agent Miles Berry vom 14. August 1839 bis 23. Juni 1841 das alleinige Recht an dem Verfahren.