Benz Patent-Motorwagen

1886 · Three Wheeled Motor Car · Werk 242 von 1.871

Benz Patent-Motorwagen, 1886, Three Wheeled Motor Car

The Benz Patent-Motorwagen rolling along a cobbled Mannheim street: a three wheeled vehicle, one single steered front wheel and two larger rear wheels, all wire spoked with solid rubber tyres, steered by a tiller bar, the single cylinder engine open to view at the rear with its large horizontal flywheel lying flat behind the bench seat, chains driving the rear axle, the driver in a bowler hat and frock coat on the open bench, plain plastered house walls with wooden shutters.

Wofür es benutzt wurde
Carl Benz baute den dreirädrigen Wagen in seiner Mannheimer Werkstatt als Versuchsfahrzeug; das Modell 1 führt das Mercedes-Benz-Archiv als Einzelstück, „nicht verkäuflich“. Über die erste öffentliche Fahrt auf der Mannheimer Ringstraße berichtete die Neue Badische Landeszeitung am 3. Juli 1886. Die Serienfassung Modell 3 kostete laut Archiv 3.000 Mark; von allen Versionen entstanden 1886 bis 1894 nur rund 25 Stück. Im August 1888 fuhr Bertha Benz mit ihren Söhnen Eugen und Richard im Modell 3 von Mannheim nach Pforzheim – laut Mercedes-Benz-Archiv rund 100 km, andere Darstellungen nennen 106 km. Nach Angaben des Vereins der Bertha Benz Memorial Route geschah das ohne Wissen ihres Mannes; Ligroin als Treibstoff kaufte sie laut ingenieur.de in der Stadtapotheke Wiesloch.
Was daran neu war
Benz meldete am 29. Januar 1886 ein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ als ganzes Fahrzeug zum Patent an (DRP 37435, datiert 2. November 1886), nicht einen Motor für eine vorhandene Kutsche. Der liegende Einzylinder-Viertakter des Modells 1 hatte 954 cm³ und 0,75 PS bei 400/min, elektrische Zündung, Oberflächenvergaser, Stahlrohrrahmen; Höchstgeschwindigkeit 16 km/h. Gleichzeitig arbeiteten Daimler und Maybach in Cannstatt: Daimler bestellte im März 1886 eine Kutsche und baute seinen schnelllaufenden Motor ein. Der Wagen von Siegfried Marcus galt lange als älter (1875/1877), sein Motor wurde laut Technischem Museum Wien aber erst 1888/89 geliefert. Der Widerhaken: Das Patent gilt heute als „Geburtsurkunde“ des Automobils, doch in acht Jahren entstanden nur rund 25 Stück.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Parallel zuDaimler Motorkutsche1886Benz in Mannheim ließ 1886 seinen Motorwagen patentieren, Daimler in Cannstatt baute im selben Jahr seinen Motor in eine gekaufte Kutsche. Das LeMO des Deutschen Historischen Museums schreibt, beide hätten zunächst ohne Wissen voneinander am Automobil gearbeitet: Benz als Einheit aus Motor und Fahrgestell, Daimler vom Motor her.Beleg: LeMO, Deutsches Historisches Museum: Biografie Carl Friedrich Benz · LeMO, Deutsches Historisches Museum: Biografie Gottlieb Daimler · Mercedes-Benz Public Archive: Daimler motor carriage, 1886

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