Leon Bollee Voiturette

1896 · Three Wheel Voiturette with Tandem Seat · Werk 252 von 1.871

Leon Bollee Voiturette, 1896, Three Wheel Voiturette with Tandem Seat

A Leon Bollee Voiturette on a Le Mans boulevard, three wheels with the passenger seated ahead of the driver, long horizontal single-cylinder engine beside the rear wheel, expanding belt pulleys.

Wofür es benutzt wurde
Léon Bollée in Le Mans baute ab 1895 ein dreirädriges Tandem mit liegendem Einzylinder von 3 PS. Der Beifahrer saß vorn, vor dem Fahrer, was dem Wagen in Frankreich den Spitznamen „Tue belle-mère“ (Schwiegermuttermörder) eintrug. Gefahren wurde er vor allem von sportlichen Amateuren und in Rennen: Laut Motor Sport belegten Bollées 1896 bei Paris–Mantes in ihrer Klasse die ersten vier Plätze, und Charles Rolls fuhr 1897 einen. Harry Lawson zahlte 1896 laut Grace's Guide 20.000 Pfund für die englischen Baurechte. Wie viele gebaut wurden, ist unsicher: Motor Sport nennt „vielleicht 750“ beim Lizenznehmer, andere Darstellungen „mehrere hundert“.
Was daran neu war
Bleibend war vor allem ein Wort: Bollée nannte das Fahrzeug „Voiturette“ und ließ den Namen schützen; er wurde später zur Bezeichnung einer ganzen Klasse kleiner Wagen. Das Patent auf den „Cycle automobile, Système Léon Bollée“ datiert ein französischer Geschichtsblog auf 1895, den Verkaufsstart des Dreirads auf 1896; ob Anmeldung und Erteilung auseinanderfallen, ist ungeklärt. Den Motor soll sein Bruder Amédée entworfen haben. Das Fahrzeug lag zwischen Motordreirad und Auto: Motor Sport nennt 120 kg für einen Bollée gegen 75 kg für ein De-Dion-Dreirad.

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