Coventry Daimler Wagonette

1897 · Wagonette with Twin Cylinder Engine · Werk 263 von 1.871

Coventry Daimler Wagonette, 1897, Wagonette with Twin Cylinder Engine

A Coventry Daimler wagonette standing outside the Motor Mills factory, facing rear benches reached by a back step, twin-cylinder engine at the front, side chains, solid tyres, tiller steering.

Wofür es benutzt wurde
Gebaut in den Motor Mills, einer ehemaligen Baumwollspinnerei in Drapers Field, Coventry, die Daimler im April 1896 auf 62,5 Jahre pachtete und sich mit der Great Horseless Carriage Company, Humber und anderen teilte. Die Fahrgestelle kamen aus Coventry, die Aufbauten von Mulliner in Northampton; die Wagonette ist eine übernommene Kutschenform mit quer stehenden Bänken für mehrere Personen. Der erste fertige Daimler ging Anfang 1897 an Ernest Estcourt; Grace's Guide setzt hinter den März ein Fragezeichen. Der Neupreis lag nach dem Coventry Transport Museum bei 373 Pfund. Ein Exemplar kaufte George H. Pruen, Wirt des Royal Clarence Hotel in Burnham-on-Sea: es holte Hotelgäste vom Bahnhof, fuhr 1903 bei einer Hochzeit, diente später als Schulbus und wurde um 1929 ausgemustert; so schildert es die Surrey Vintage Vehicle Society, deren Zahlenangaben allerdings unzuverlässig sind. Das Coventry Transport Museum datiert sein eigenes Exemplar auf 1898.
Was daran neu war
Weder die Bauform noch die Technik war neu. Die Motorpatente waren lizenziertes deutsches Gut: Frederick Simms hielt die englischen Daimler-Rechte seit 1891 und verkaufte sie 1895 an Harry Lawson. Neu war der Takt. Das National Motor Museum in Beaulieu und die Society of Automotive Historians in Britain nennen übereinstimmend 89 Fahrgestelle im ersten Jahr, gegen Einzelstücke bei Lanchester und Wolseley. Dazu kamen Fahrleistungen, die vorher niemand vorführte: Henry Sturmey fuhr 1897 als Erster mit einem Daimler von John o'Groats nach Land's End, Teil einer Tour von 1.600 Meilen, nach Grace's Guide der damals längsten. Der Preis lag beim Patentgeschäft dahinter. Die Great Horseless Carriage Company, mit 750.000 Pfund kapitalisiert und damit siebeneinhalbmal so hoch wie Daimler, beschloss im Januar 1898 die Auflösung; Lawson selbst wurde 1904 wegen Betrugs an Aktionären zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt.

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