L'Obeissante

1873 · Steam Omnibus · Werk 266 von 1.871

L'Obeissante, 1873, Steam Omnibus

Amedee Bollee's L'Obeissante on the road from Le Mans to Paris, a twelve seat steam omnibus with the boiler standing at the rear, driver at the very front, independently sprung front wheels.

Wofür es benutzt wurde
Amédée Bollée père, Glockengießer in Le Mans, baute einen Dampfwagen für zwölf Fahrgäste, dazu Schaffner und Fahrer. Das Musée des Arts et Métiers, das ihn unter Inventarnummer 16851 besitzt, hält ihn für den ersten Wagen "de tourisme", also kein Nutzfahrzeug für den Liniendienst. Es brauchte viele Behördengänge: Am 26. März 1873 beantragte Bollée beim Präfekten der Sarthe, seine voiture locomobile im Département fahren zu dürfen; für die Fahrt nach Paris gab der Minister für öffentliche Arbeiten Eugène Caillaux am 26. August 1875 seine Zustimmung. Am 9. Oktober 1875 fuhr Bollée von Le Mans nach Paris, 230 Kilometer in 18 Stunden, Wasserfassen und Mahlzeiten eingerechnet. Unterwegs kassierte er nach Angabe des Museums 75 Protokolle, weil die Straßenordnung motorisierte Wagen nicht vorsah. Sie wurden annulliert, nachdem der Polizeipräfekt bei einer Vorführung selbst mitgefahren war.
Was daran neu war
Dampfwagen fuhren seit Cugnot. Neu war die Lenkung: statt eines Drehschemels, der die ganze Vorderachse schwenkt, zwei getrennte Achsschenkel, dazu Einzelradaufhängung an allen vier Rädern und zwei V-Zweizylinder, je einer pro Hinterrad. Das Museum führt den Namen ausdrücklich auf die "grande maniabilité" zurück, die englische Museumsfassung auf die sehr leichtgängige Lenkung. Das Fahrzeug schaffte Steigungen von zwölf Prozent und wog 4,8 Tonnen. Eine französische Fachquelle, Guide Automobiles Anciennes, nennt die Lenkung "brevetée"; Patentnummer und Anmelde- oder Erteilungsdatum habe ich nicht gefunden, also bleibt offen, ob die Doppelzapfenlenkung beansprucht oder nur beschrieben wurde. Das Gewicht war sein eigenes Hindernis: für die Nachfolgerin La Mancelle halbierte Bollée es fast.

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