Philippe de Girard's wet flax spinning frame in a French mill, rovings passing through a trough of heated water before reaching the drawing rollers and the filling bobbins.
Wofür es benutzt wurde
Gebraucht wurde die Maschine zum Feinspinnen von Flachs für Leinen, in einem Markt, den die Baumwolle verdrängte. Die Betriebe, die Bestand hatten, lagen nicht in Frankreich - die Pariser Anlage von 1813 endete nach der Universalis im Ruin: 1815 ging Philippe de Girard auf Einladung der österreichischen Regierung nach Hirtenberg bei Wien, wo er eine Fabrik für Spinnmaschinen errichtete - die Encyclopaedia Britannica von 1911 schreibt, das Hirtenberger Unternehmen habe "failed to prove a commercial success" -, und nach Pottendorf, wo eine Spinnerei entstand. 1825 wurde er im Königreich Polen als Chefmechaniker angeworben; die Gründungsurkunde der Flachsspinnerei wurde am 9. August 1830 ausgearbeitet, die Produktion begann am 24. Juli 1833 im früheren Ruda Guzowska, und die Siedlung wurde ihm zu Ehren in Żyrardów umbenannt. Das dortige Leinenmuseum trägt seinen Namen. Die ausgeschriebene Million erhielt er nie - das Kaiserreich, das sie versprochen hatte, war vorher gestürzt.
Was daran neu war
Im Frühjahr 1810 veröffentlichte Le Moniteur Napoleons Preisausschreiben über eine Million Francs; Girard meldete nach der Encyclopédie Universalis im Juli 1810 ein erstes Patent an, das nach der Britannica von 1911 Verfahren für das Trocken- und das Nassspinnen umfasste. Der erste Patentinhaber war er nicht: John Kendrew und Thomas Porthouse in Darlington hielten schon 1787 ein Patent, und John Marshall in Leeds spann ab 1793 Flachs trocken, aber nur in den groben Nummern bis Nummer 16 (Dwight C. Long, Journal of Economic History, 1954). Der Unterschied des Nassverfahrens: die Lunte läuft durch eine Wanne mit etwa 120 Grad Fahrenheit warmem Wasser, das den Gummi zwischen den Elementarzellen erweicht, so dass sie sich ausziehen lassen, ohne die Faser zu unterbrechen; die Universalis beschreibt hier eine alkalische Lösung statt bloßen Wassers. Wer das Nassspinnen zuerst gewerblich brauchbar machte, ist ungeklärt; ein Prototyp wird auch auf 1817 datiert.