1783 · Roller Printing Machine · Werk 311 von 1.871
Thomas Bell's roller printing machine in a Lancashire print works, engraved copper cylinders pressed against a central drum with doctor blades scraping paste as calico runs through.
Wofür es benutzt wurde
Thomas Bell, im amtlichen Patentverzeichnis als Kattundrucker in Mosney in der Grafschaft Lancaster geführt, erhielt am 17. Juli 1783 das Patent Nr. 1378 auf ein Verfahren, mit einer oder mit mehreren Farben zugleich auf Leinen, Baumwolle, Kattun, Wolle und Seide zu drucken. Edward Baines schreibt 1835, die Sache sei um 1785 in Mosney bei Preston durch das Haus Livesey, Hargreaves, Hall and Co. erstmals erfolgreich angewandt worden. Baines rechnet vor, eine Zylinderdruck- maschine leiste mit einem Mann und einem Jungen so viel wie hundert Modeldrucker und ebenso viele Farbjungen, und 1835 seien drei Viertel aller Drucke in Großbritannien auf ihr entstanden. Das Haus, das die Maschine zum Laufen brachte, brach 1788 zusammen; Baines nennt das Ausmaß dieses Zusammenbruchs einen schweren Schlag für die Industrie der Gegend.
Was daran neu war
Der Modeldrucker setzte einen Holzmodel von etwa zehn mal fünf Zoll mit einer Farbe je Anschlag; für ein Stück von 28 Yards waren das nach Baines 448 Anschläge, während die gravierte Kupferwalze dasselbe Stück in ein bis zwei Minuten bedruckte und dabei bis zu fünf Farben in einem Durchgang auftrug. Möglich machte das eine elastische Stahlrakel, die die Farbe außerhalb der Gravur von der Walze abzog, ohne das Kupfer zu ritzen. Wer die Walze zuerst hatte, lässt sich aus den Patenttiteln nicht entscheiden: Bells Titel von 1783 nennt gar keine Walze, ein Maschinendruckpatent gab es schon 1772 als Nr. 1007 an Adkin und andere, und John Slater, ebenfalls in Mosney, erhielt am 29. April 1784 das Patent Nr. 1433. In Frankreich galt Oberkampf als Urheber der Maschine; der Artikel in Ures Dictionary von 1875, verfasst von James Higgin aus Manchester, hält dagegen, die Ehre gebühre Großbritannien.