Perkin Dye Works

1856 · Aniline Dye Works · Werk 314 von 1.871

Perkin Dye Works, 1856, Aniline Dye Works

William Perkin's aniline dye works beside the canal at Greenford Green, stirred vats of dye liquor with skeins of silk lifted on poles and drying racks in the yard.

Wofür es benutzt wurde
William Henry Perkin, achtzehn Jahre alt, gewann im März 1856 beim Versuch einer Chinin-Synthese den violetten Farbstoff Mauvein und meldete ihn am 26. August 1856 als Patent Nr. 1984 an. 1857 begann er in Greenford Green an der Oldfield Lane auf sechs Acre zu bauen; binnen sechs Monaten lief die Produktion. Erster gewerblicher Abnehmer war im Dezember 1857 die Seidenfärberei Thomas Keith and Sons in Bethnal Green. Das Mengengeschäft des Werks wurde am Ende nicht die eigene Erfindung, sondern der Nachbau eines Naturfarbstoffs: Der Alizarin-Ausstoß stieg von einer Tonne 1869 auf 40 Tonnen 1870 und 220 Tonnen 1871, während die Mauvein-Produktion 1862 ihr Maximum hatte und 1873 eingestellt wurde.
Was daran neu war
Mauvein war nicht der erste synthetische Farbstoff. Woulfe beschrieb 1771 die Pikrinsäure, Reichenbach 1832 das Pittakall, und Runge fand 1834 im Steinkohlenteer das Kyanol, das spätere Anilin, das sich zu einem tieffarbigen Produkt oxidieren ließ. Neu war, dass sich ein solcher Stoff im Werk herstellen und verkaufen ließ: Die Untersuchung historischer Museumsproben nennt Mauvein den ersten kommerziell erfolgreichen synthetischen organischen Farbstoff. Dass es überhaupt gelang, hing an einer Verunreinigung, denn Perkins Anilin enthielt o- und p-Toluidin, und mit reinem Anilin, so dieselbe Untersuchung, wäre der Versuch fehlgeschlagen. Beim nächsten Rennen kam Perkin einen Tag zu spät: Sein Alizarin-Patent meldete er am 26. Juni 1869 an, Graebe und Liebermann für die BASF am 25. Juni. 1913 exportierte Deutschland rund 135.000 Tonnen Farbstoffe, Großbritannien 5.000.

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