Ratingen Cromford

1784 · Early Spinning Mill · Werk 317 von 1.871

Ratingen Cromford, 1784, Early Spinning Mill

Bruegelmann's Cromford mill at Ratingen on the Anger: a tall five storey spinning house with regular rows of windows on every floor, a walled courtyard in front, a mill channel led from the river to a water wheel set against the building, the wheel turning under the mill, inside on the upper floors rows of wooden framed Arkwright water frames with upright spindles and bobbins below pairs of drawing rollers, driven by wooden shafts and gearing from the wheel, girls tending the spindles.

Wofür es benutzt wurde
Johann Gottfried Brügelmann, Kaufmann aus Elberfeld, ließ 1783 an der Anger bei Ratingen die dreigeschossige Alte Fabrik bauen; 1784 lief die Produktion an. Am 24. August 1784 erteilte Kurfürst Karl Theodor das Privileg, zwölf Jahre lang ohne Konkurrenz maschinell zu spinnen, und die Fabrik arbeitete zu diesem Zeitpunkt schon. Michael Knieriem hat aus den Personallisten 70 bis 80 Beschäftigte für 1784 und 226 für 1797 ermittelt; zeitweise waren es über 600. Knapp drei Viertel der 1797 nachgewiesenen Personen waren Kinder von sechs bis sechzehn Jahren, besonders stark besetzt die Altersstufe zwischen acht und elf.
Was daran neu war
Neu war nicht die Maschine, sondern die eine Kraftquelle: Ein einziges Wasserrad trieb die Maschinen in drei Stockwerken übereinander, und der Takt kam nicht mehr vom einzelnen Spinner im Verlagshaushalt, sondern von der Welle. Die Museen und Denkmalportale führen Cromford als erste Fabrik dieser Art auf dem europäischen Festland, nennen dabei aber keinen geprüften Vergleichsfall; die Aussage ist überliefert, nicht nachgerechnet. Die Technik war abgeschrieben: Carl Albrecht Delius reiste 1781/82 nach Großbritannien, zeichnete Maschinen ab und warb Facharbeiter ab, und eine Lizenz von Arkwright gab es nicht. Der Landesherr schützte also den Nachbau zwölf Jahre gegen Nachbau, und Brügelmann ließ nach Knieriem seine Arbeiter bis zum Ablauf des Privilegs schwören, lebenslang für ihn zu arbeiten, als Teil seiner Geheimhaltung.

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