Pferdegoepel

1780 · Horse Whim Winding · Werk 327 von 1.871

Pferdegoepel, 1780, Horse Whim Winding

A horse whim beside a shallow coal shaft in the Ruhr valley, the whole machine standing at ground level under a low conical timber roof: a stout vertical wooden spindle planted in the ground carrying a large wooden rope drum near its top, two horses harnessed to long horizontal arms fixed to the spindle and walking a circular track on trodden earth beneath the drum, the rope leaving the drum horizontally over pulleys on a short wooden frame at the shaft mouth a few paces away, a basket of coal swinging over the shaft.

Wofür es benutzt wurde
Ein belegtes Beispiel ist der Pferdegöpel der Neu Leipziger Glück Fundgrube in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge. Zwei Pferde und ein Pferdeknecht förderten Erz und Gestein aus reichlich 140 Metern Teufe; zwei gegenläufig aufgetrommelte Seile trugen zwei Fördertonnen. Bei jedem Zug musste das Gespann ein paar Schritte zurücktreten, damit die Tonne einklinkte und ausgeleert werden konnte, dann wurde es gedreht - keine Dauerrotation, sondern ein Takt aus Anhalten, Rückwärtsgehen und Umdrehen. Das Treibehaus ist reichlich 27 Meter lang, der überdachte achteckige Rundlauf 13 Meter hoch. In Johanngeorgenstadt wurden zwischen 1721 und 1806 drei solcher Anlagen gebaut; diese lief nach Industriekultur Sachsen bis 1915, nach dem Bergbaulehrpfad bis 1917.
Was daran neu war
Neu war der Pferdegöpel im 18. Jahrhundert nicht - die Fachdarstellung verweist selbst darauf, dass schon Agricola in "De Re Metallica" eine ganz ähnliche Anlage abbildet. Auch die Standortlogik war alt: Göpel wurden dort gebaut, wo Aufschlagwasser nicht herangeführt werden konnte, und mit zwei Pferdestärken ließ sich eine ununterbrochene Förderung aus größerer Teufe günstiger bewerkstelligen als mit mehreren Haspeln und etlichen Haspelknechten. Der Widerhaken: hier hat nicht die Dampfmaschine den Göpel verdrängt. Der Bahnanschluss kam zu spät, die Elektrizität löste direkt die Wasserräder ab, und der Göpel lief bis 1915 oder 1917 und wurde 1921 als technisches Denkmal restauriert. Abgerissen wurde er erst, als der Uranerzbergbau den Schacht brauchte. Was heute steht, ist ein Wiederaufbau von 1992/93 an anderer Stelle nach erhaltenen Originalzeichnungen.

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