1837 · Man Engine with Counter Rod · Werk 333 von 1.871
The man engine at Grube Samson in Sankt Andreasberg, two wooden rods with footboards and handholds moving in opposite strokes as miners step across between them in the narrow shaft.
Wofür es benutzt wurde
Die Grube Samson in Sankt Andreasberg im Oberharz förderte von 1521 bis 1910 vor allem Silbererze. Vor der Fahrkunst stiegen die Bergleute über Leitern ein und aus: morgens 90 Minuten hinunter, abends 150 Minuten hinauf, zusammen vier Stunden täglich, die nicht zur Arbeitszeit zählten und nicht bezahlt wurden. Mit der Fahrkunst brauchte ein Bergmann für einen 600 Meter tiefen Schacht etwa 50 Minuten. Er stieg dabei zwischen den Trittbrettern zweier gegenläufiger Gestänge um; das Museum schreibt, dafür stehe genau eine Sekunde zur Verfügung, eine Sicherung sei nicht möglich, und weil die Grubenlampe mitgenommen werden musste, blieb zum Umgreifen nur eine Hand. Zwischen 1837 und 1910 verunglückten sechs Bergleute auf der Samsoner Fahrkunst tödlich.
Was daran neu war
Dörell übertrug 1833 das Prinzip der senkrechten Pumpgestänge der Wasserhaltung auf die Beförderung von Menschen. Die erste Anlage stand im Spiegelthaler Hoffnung Richtschacht, war doppelt wirkend, aus Holz, hatte 1,25 Meter Hubhöhe und leistete etwa fünf Hübe in der Minute. Neu an der Samsoner Anlage von 1837 war das Material: sie wurde nicht wie üblich aus Holz, sondern aus dem 1834 erfundenen Drahtseil gefertigt, und genau deshalb existiert sie noch. Nach Cornwall kam das Verfahren über Michael Loam, der 1842 in Tresavean die erste cornische man engine "adapted from a German design" baute, um einen Wettbewerb der Royal Cornwall Polytechnic Society zu gewinnen. Der Widerhaken: die Maschine überdauerte ihre Grube. Am 31. März 1910 fuhr die letzte Schicht ein, seit 1912 treibt das Wasser Turbinen, und im Ruhrgebiet wurden die sieben Fahrkünste nach durchschnittlich etwa 20 Jahren wieder ausgebaut.