Bickfords Zuendschnur

1831 · Safety Fuse with Powder Core · Werk 344 von 1.871

Bickfords Zuendschnur, 1831, Safety Fuse with Powder Core

A coil of Bickford safety fuse on a bench at the Tuckingmill works in Cornwall, jute yarn spun around a powder core, beside the rope-walk machine and a shot hole tamping bar.

Wofür es benutzt wurde
Zündmittel für Schwarzpulverladungen in Bohrlöchern. Vorher füllte man Schilfrohr oder Gänsefederkiele mit Pulver; die Verwaltung des cornischen Welterbes beschreibt, dass diese behelfsmäßigen Zünder unberechenbar brannten und den Bergleuten unzählige Unfälle mit Erblindung, verlorenen Fingern, Verstümmelung und Tod einbrachten. Bickfords Schnur führte einen Pulverstrang in gesponnenen Garnen, mit Zwirn umwickelt und mit Teerfirnis wasserdicht gemacht. Sie brannte, ohne zu verlöschen, gleichmäßig 30 Sekunden je Fuß - die Brennzeit ließ sich durch Ablängen einstellen. Die Fabrik in Tuckingmill bei Camborne stellte im ersten Produktionsjahr 45 Meilen Schnur her, hundert Jahre später 160.000 Kilometer im Jahr.
Was daran neu war
Neu war die berechenbare Brennzeit. Das englische Patent Nr. 6159 mit dem Titel "Safety fuse for Igniting Gunpowder used in blasting Rocks, Etc." wurde laut dem Findbuch des Ensign-Bickford-Archivs in der Simsbury Free Library am 6. September 1831 erteilt und betraf nach dieser Beschreibung eine Maschine und ein Verfahren; die Patentakte selbst wurde nicht eingesehen, die Nummer ruht auf dieser einen Quelle. Die Konzeption fällt ins Jahr davor, 1830. Bei der Faser weichen die Quellen ab: das Findbuch nennt Flachs, Hanf oder Baumwolle, die Welterbe-Seite Jute. Widerhaken: William Bickford starb 1834, kurz bevor die Fabrik anlief - die Firma seines Namens bauten andere auf, und ihre eigene Chronik macht aus dem ausgebliebenen Gewinn eine Tugend: die Erfindung sei nicht auf materiellen Gewinn gerichtet gewesen, sondern im Geist der Lebensrettung geschehen.

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