Setzmaschine der Kohlenwaesche

1855 · Piston Jig · Werk 351 von 1.871

Setzmaschine der Kohlenwaesche, 1855, Piston Jig

A coal washing jig in a Ruhr preparation plant: a timber and iron water tank with a fixed sieve, a piston plunger working up and down in the water beside it under a timber housing, coal and shale separating in layers on the sieve as the water pulses, men in caps, shirts and waistcoats standing on the plank walkway beside the tank raking off the refuse with wooden rakes, their boots on dry planks, the shed lit by daylight through the windows and oil lamps.

Wofür es benutzt wurde
Trennung von Kohle und Bergen nach der Dichte: auf einem Siebboden im stoßenden Wasserstrom sinkt das Schwere, das Leichtere bleibt oben. Luegers Lexikon beschreibt die nasse Steinkohlenaufbereitung als Kette aus Sieben, Setzen, Zerkleinern der Kohle mit anhaftendem Gestein, Entwässern, Entstauben und Klären der Waschwässer. Das von Hand bewegte Setzfass, der in Wasser getauchte Siebkorb, steht schon bei Agricola; mechanisch pulsiert wurde erst mit Kolben- und Plungerpumpen. Die Maschinenfabrik Humboldt in Köln-Kalk baute 1860 eine erste ständig arbeitende mechanische Kohlenwäsche. Wie groß das später wurde, zeigt die Kohlenwäsche von Zollverein Schacht XII, gebaut 1930 bis 1932, mit heute fünf druckluftbetriebenen Setzmaschinen (SKB, um 1955) in zwei Reihen, für Grobkorn, Feinkorn und Nachwäsche.
Was daran neu war
Hier bleibt der Eintrag dünn, und das gehört hierhin: Für 1855 fand sich kein Ereignis der Setzmaschinen- oder Kohlenwäschegeschichte; die Jahreszahl ist konventionell, nicht quellenfest, doch die Fachschrift von 1905 nennt, mit Vorbehalt, schon 1849 eine Wäsche mit Handsetzkästen auf Zeche Viktoria Mathias und bis 1853 weitere mit hydraulischen Setzmaschinen. Baums Luftstoß-Setzmaschine ist nur als Ende des 19. Jahrhunderts belegt; Vorname, Jahr und Firmenzuordnung ließen sich nicht bestätigen. Was die Wäsche änderte, sagt eine Fachschrift von 1905 rückblickend: dreißig Jahre zuvor sei nahezu die Gesamtmenge der damals gut 11,5 Millionen Tonnen Förderung des niederrheinisch-westfälischen Bezirks als Rohkohle verladen worden. Widerhaken: Die Wäsche machte nicht bessere Kohle, sie machte schlechtere verkäuflich. Und sie erzeugte, was sie abtrennte: für den Schlamm allein hielt Zollverein drei Dorr- und drei Hardinge-Eindicker und eine Flotation.

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