Ruhraak bei Ruhrort

1780 · Ruhr Flat Bottomed Barge · Werk 360 von 1.871

Ruhraak bei Ruhrort, 1780, Ruhr Flat Bottomed Barge

A flat-bottomed Ruhr aak moored at the coal wharf of Ruhrort, its single mast lowered for the lock, men carrying baskets of coal aboard on a plank gangway.

Wofür es benutzt wurde
Zwischen 1776 und 1780 wurde die Ruhr auf 120 Kilometern zwischen Langschede und Ruhrort schiffbar gemacht, mit 16 Schleusen; das Portal Preussen im Rheinland nennt den 9. August 1780 als Tag der Inbetriebnahme der Schleusen und den Militäringenieur Johann Friedrich von Schoeler als Verfasser der Ausschreibungsunterlagen für den Schleusenbau. Darauf fuhr der Aak, ein plattbodiges Frachtschiff. Uwe Schnall beschreibt im Deutschen Schiffahrtsarchiv nach einer Zeichnung von 1840 den typischen Ruhrschiffstyp, den er „Ruhrnachen“ nennt: 33,3 Meter lang, 4,95 Meter breit, Tragfähigkeit 1.900 bis 2.000 Zentner Steinkohle, Besatzung drei bis vier Mann, ein Mast, zwei Seitenschwerter. Bergwärts zogen zwei bis drei Pferde; Ruhrort-Witten dauerte bestenfalls drei Tage; für Berg- und Talfahrt zusammen rechnete man wegen der vielen Schleusen gewöhnlich sechs bis sieben.
Was daran neu war
Neu war nicht das Schiff, sondern der Fluss: Kohle aus dem Revier erreichte ohne Umladen den Rhein und schneller die niederländischen Märkte. Ein einziger Aak trug, wofür es Hunderte Fuhren gebraucht hätte - auf der Mülheimer Sellerbecker Pferdebahn fasste ein Kohlenwagen sieben Zentner. Von "Ruhrschifffahrtsedikten" mit Erlassdatum steht in den eingesehenen institutionellen Quellen nichts; belegt sind der Ausbau von 1776 bis 1780 und die Inbetriebnahme am 9. August 1780. Das Ende kam schnell. Axel Heimsoth nennt für 1860 868.000 Tonnen Kohle auf der Ruhr, nach dieser Darstellung die meistbefahrene Wasserstraße Europas; das LWL-Portal bestätigt dieselbe Zahl. Für 1876 nennt Heimsoth knapp 100.000 Tonnen und für 1889 noch 74.700 Tonnen gegen 25,6 Millionen Tonnen auf der Eisenbahn. Der Ruhrorter Hafen dagegen stieg nach Heimsoth zum größten europäischen Binnenhafen auf.

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