Sunday Best

1890 · Sunday Promenade · Werk 393 von 1.871

Sunday Best, 1890, Sunday Promenade

Families in their best clothes walking a park promenade on a Sunday, a brass band on the bandstand, a father steadying a small child on the gravel path.

Wofür es benutzt wurde
Der eine gute Anzug, das eine gute Kleid — und das Pfandhaus als sein Aufbewahrungsort. Die Encyclopaedia Britannica von 1911 berichtet im Artikel Pawnbroking, vor dem 1870 eingesetzten Select Committee on Pawnbrokers sei ausgesagt worden, im Vorjahr seien 207.780.000 Pfandstücke eingelegt worden, zwischen dreißig und vierzig Millionen davon in London; der Durchschnittswert eines Pfandstücks habe bei etwa vier Shilling gelegen, der Anteil unehrlich versetzter Stücke bei eins zu 14.000. Es handelt sich um eine Zeugenaussage vor einem Ausschuss, nicht um eine amtliche Erhebung; die Quelle sagt das selbst. Dazu gehörte das Atelierporträt: Nach dem National Science and Media Museum kostete in den 1890er Jahren ein einzelnes Porträt in den vornehmsten Londoner Ateliers bis zu drei Guineen, während die billigsten Visitkarten im Dutzend für zwei Shilling und sechs Pence lieferten. Die Volkszählung von 1881 für England ergibt 4.722 Einträge als Fotograf.
Was daran neu war
Neu möglich war das Sonntagsbild; neu billig war der Anzug. Woran die Verbilligung lag, lässt sich aus den geprüften Quellen nicht gewichten: billige Slop-Schneiderei ist für London schon um 1849 bezeugt, also vor der Durchsetzung der Nähmaschine in der Herrenkonfektion. Belegt ist stattdessen der Preis, den andere zahlten: Am 9. Juni 1890 debattierte das Oberhaus den Abschlussbericht seines Ausschusses zum Sweating System; nach Darstellung des Earl of Dunraven waren von 86 Zeugen, die sich dazu äußerten, 83 der Meinung, einige der beklagten Übel gingen auf unnötige Zwischenmeister und Unterverdingung zurück. Der Widerhaken trifft die bekannteste Geschichte selbst: Montag versetzt, Samstag ausgelöst ist für England nach Sofia Murhem und Göran Ulväng überwiegend anekdotisch; in schwedischen Pfandbüchern zeigt sich kein wöchentlicher, sondern ein jahreszeitlicher Rhythmus — Mäntel im Frühjahr hinein, im Frühherbst heraus. Das gilt für Schweden, nicht für Großbritannien.

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