Strikers standing at a works gate with printed placards and a subscription tin, a brazier between them, a delegate writing names in a notebook on his knee.
Wofür es benutzt wurde
Streikposten im Londoner Dockstreik. Der TUC datiert den Beginn auf den 13. August 1889 und eine Arbeitsniederlegung weniger Hafenarbeiter am West India Dock; die Gewerkschaft Unite nennt den 12. August. Gefordert wurde ein Mindestlohn von sechs Pence die Stunde, der "dockers' tanner" — nach Unite eine Erhöhung um einen Penny, bei acht Pence für Überstunden. Posten an den Toren wurden nach Unite alle zwölf Stunden abgelöst. Unterstützt wurden die Streikenden mit Lebensmittelbons zu einem Shilling: anfangs 4.000 am Tag, mit wachsender Beteiligung 25.000, an Samstagen 50.000, am 3. September fast 100.000. Ins East End wurden 2.000 Polizisten verlegt. Die Lohnerhöhung galt vom 4. November 1889 an.
Was daran neu war
Neu war nicht der Streikposten, sondern seine Rechtsfigur. Der Conspiracy, and Protection of Property Act 1875 (königliche Zustimmung 13. August 1875) stellte das "Watches or besets" eines Arbeitsplatzes unter Strafe — bis zu zwanzig Pfund oder drei Monate Haft —, nahm davon aber ausdrücklich das Verweilen aus, das "merely to obtain or communicate information" erfolgt. Auf diesem Vorbehalt stand 1889 das Postenstehen an allen Toren; nach Unite galt es als legal, solange das Überreden friedlich blieb. Der Vorbehalt wurde danach verengt. In Lyons v Wilkins erging zuerst eine einstweilige, dann eine endgültige Verfügung ([1896] 1 Ch 811 und [1899] 1 Ch 255), und Lord Coleridge fasste den Stand 1906 im Oberhaus so zusammen, dass friedliches Posten zur Information erlaubt, der Versuch der Überredung aber unerlaubt sei. Die Lesart, auf der der Streik gestanden hatte, wurde 1896 nachträglich verworfen; Coleridge sprach 1906 für die Klausel, die das Überreden erlauben sollte.