Schickard's Calculating Clock

1623 · Rechenuhr · Werk 401 von 1.871

Schickard's Calculating Clock, 1623, Rechenuhr

A wooden calculating machine of the early seventeenth century built as an upright oak cabinet, six cylinders standing side by side in the upper half, each cylinder carrying ruled columns of small squares in the manner of Napier's rods, sliding wooden shutters over the cylinders, a row of toothed brass setting knobs in a line across the middle, a lower register of six small square windows, the numeral windows show exactly 0 0 0 0 0 0, one digit per window, iron gearing visible through an open side panel, every other surface plain oiled oak, standing on a dark baize-covered table before a deep neutral background, a single raking light from the left catching the brass knobs and the worn wood grain.

Wofür es benutzt wurde
Wilhelm Schickard, Professor in Tübingen, baute zwei Exemplare: eines für sich, eines für den Astronomen Johannes Kepler und dessen Rechenarbeit. Im Brief an Kepler vom 20. September 1623 (Briefdatum) beschreibt er eine Maschine "aus elf vollständigen und sechs verstümmelten (Zahn-)Rädchen". Das Arithmeum gibt die Kapazität mit sechs Stellen in Einstellwerk, Umdrehungszählwerk und Resultatwerk an; die Universität Tübingen hält fest, dass die Maschine "nur" im sechsstelligen Bereich rechnen konnte. Keplers Exemplar war halbfertig, als es verbrannte; eine an einem Original durchgeführte Rechnung ist nicht belegt.
Was daran neu war
Das Arithmeum nennt sie "die erste Rechenmaschine der Welt mit einem mechanischen Zehnerübertrag" — eine Museumsformulierung, und sie trifft nur das Unterteil: der automatische Übertrag saß im Addierwerk, die Multiplikation lief halbmechanisch über sechs drehbare Zylinder mit einer Abwandlung der Napierschen Stäbe, also über eine Ablesehilfe und nicht über ein Rechenwerk. Ob das Original zuverlässig übertrug, ist nicht belegt – Schickard klagte über ungenau gefertigte Zähne; von der Nachbauserie Bruno von Freytag-Löringhoffs schreibt das HNF "Jede ist funktionsfähig". Der Widerhaken ist die Wirkungslosigkeit. Keplers Maschine verbrannte drei Tage vor Schickards Brief vom 25. Februar 1624. Franz Hammer fand die Skizzen 1935, bekannt wurden sie 1957, der erste Nachbau entstand 1960. Bis dahin galt die Pascaline als erste echte Rechenmaschine; Schickards Maschine wurde nur beiläufig als Kuriosum erwähnt.

Zum Weiterlesen