Mercedes-Euklid

1906 · Proportional Lever · Werk 431 von 1.871

Mercedes-Euklid, 1906, Proportional Lever

A calculating machine with the cover lifted to show a fan of straight steel levers pivoting from a common point, their free ends stepped across a rack, a row of nine setting knobs sliding in straight slots across the front, a scale of the digits 0 to 9 engraved beside each slot, a row of numeral windows below the slots, each window showing the single digit 0, a crank with a turned grip at the right, every other surface plain steel and black enamel, a maker's name across the top reading "Mercedes-euklid", standing on a dark baize-covered table before a deep neutral background, a single raking light from the left raking across the fan of levers.

Wofür es benutzt wurde
Namentlich belegt ist ein Kundenurteil des Guß- und Armaturwerks Kaiserslautern A.-G., das die ein Jahr zuvor erworbene Maschine täglich in Benutzung meldet; die Göttinger Sammlung gibt es ohne Herkunft wieder, ein unabhängiger Nachweis ist es nicht. Erhard Anthes schreibt, 1908 solle eine Maschine an ein Bankunternehmen verkauft worden sein, und lässt das Soll stehen. Gut belegt ist der Hochschulgebrauch: das Mathematische Institut Göttingen besitzt Modell I, das elektrische Modell 18, Modell 29 und ein Modell der Maschine samt Zeichnungen zum Bestellen von Ersatzteilen. Der Preis lag 1911 nach einer Mercedes-Firmenschrift von 1938 (bei rechnerlexikon) je nach Kapazität bei 950 bis 1050 Mark.
Was daran neu war
Statt Staffelwalze oder Sprossenrad arbeitet die Euklid mit dem Proportionalhebel: die Ziffer wird als Weglänge an zehn Zahnstangen übertragen, nicht als Zähnezahl am Antriebsglied. Anthes hält fest, dass die patentrechtliche Absicherung offenbar so weit gediehen war, dass dieses Schaltwerk über den langen Zeitraum von 60 Jahren nur einem Fabrikat vorbehalten blieb. Die Modelle 7 und 8 waren nach Anthes die ersten über das Versuchsstadium hinausgekommenen Rechner, die alle vier Grundrechenarten nach Eingabe selbsttätig abrechneten. Die Beschreibungen waren schneller als die Maschine: die von Mehmke 1909 und Sust 1910 gerühmte automatische Division des Modells 1 war eine Stoppdivision, bei der Hebel von Hand umgelegt werden mussten; erst im Modell 9 von 1924 entfiel das. Die Staffelwalzenmaschine Madas konnte das nach Anthes schon vor dem Ersten Weltkrieg.

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