The First of May

1851 · Great Exhibition · Werk 440 von 1.871

The First of May, 1851, Great Exhibition

The transept crossing of the Crystal Palace, midday of 1 May 1851, sun after rain through the glass barrel vault, cast-iron columns painted pale blue, yellow and white, galleries on both sides crowded with men in dark coats and women in pale gowns, plain red panels on the gallery fronts, tall elms in leaf inside the building, a great fountain of cut glass behind the dais, a carpeted dais under a canopy of pale silk at the centre of the crossing, and standing full length at the front edge of the dais, at its exact centre and facing the camera, a living figure in the crowd and the only person whose face is sharp, the woman, a small woman of thirty-one in a dress of deep pink silk with vertical bands of silver, a diamond ray diadem on her brow and a small crown with two feathers at the back, her hand on the arm of a tall man in scarlet field marshal's dress with a pale blue sash in profile at her side, a girl in white and a boy in a Highland kilt beside them, an archbishop in white rochet at the edge of the dais, and before the dais rows of dignitaries seen from behind in scarlet and blue uniforms and black court coats.

Wer
Königin Victoria (1819–1901) regierte das Vereinigte Königreich von 1837 bis zu ihrem Tod, fast 64 Jahre – damals die längste Regentschaft der britischen Geschichte. Mit 18 Jahren bestieg sie den Thron, 1840 heiratete sie Prinz Albert. Das Paar hatte neun Kinder, die meisten heirateten in Europas Königshäuser ein. Als konstitutionelle Monarchin hatte Victoria wenig Macht, aber viel Einfluss auf ihre Minister. Ihr Name steht für Großbritanniens Zeitalter der Industrie, des Wohlstands und vor allem des Empire. In ihre Regierungszeit fallen auch die Hungersnot in Irland ab 1845, der Zweite Opiumkrieg in China und der indische Aufstand von 1857. Nach seinem Scheitern regierte die britische Regierung Indien direkt, und 1877 wurde Victoria Kaiserin von Indien. Nach Alberts Tod 1861 versank sie in Trauer und trug bis an ihr Lebensende Schwarz. Sie starb am 22. Januar 1901 auf Osborne House.
Der Moment
Am 1. Mai 1851 eröffnete die Königin im Londoner Hyde Park die erste Weltausstellung, die „Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations“, im gläsernen Crystal Palace. Mehr als 25.000 Menschen waren im Gebäude. Gegen halb zwölf fuhr der königliche Zug am Buckingham Palace ab; beim Aufbruch fiel etwas Regen, dann schien die Sonne auf das Gebäude, auf dessen Dach die Fahnen aller Nationen wehten. Das Bild zeigt das Querschiff: Victoria, 31 Jahre alt, in tiefrosa Seide mit silbernen Bändern, steht auf dem Podest unter dem Baldachin, neben ihr Albert, der die Ausstellung organisiert hatte, dazu die Kinder Vicky und Bertie. Dahinter stehen der große Glasbrunnen und die alten Ulmen des Parks, die man unter das Glas genommen hatte. Albert verlas ihr den Bericht der Kommission, sie antwortete kurz. Es folgten ein Gebet des Erzbischofs von Canterbury, Händels „Hallelujah“ und ein Zug durch das ganze Hauptschiff; dann wurde die Ausstellung in ihrem Namen für eröffnet erklärt. In ihrem Tagebuch nannte sie ihn einen der größten und glorreichsten Tage „unseres Lebens“.
Die Kehrseite
In Victorias Schilderungen der Eröffnung der Ausstellung der „Industrie aller Nationen“ kommt keine Maschine vor. Der Tag verlief wie ein Gottesdienst – Gebet, Hallelujah, Prozession –, und Victoria schrieb zwei Tage später an ihren Onkel Leopold, alle seien von andächtigen Gefühlen ergriffen gewesen. Bei einem ihrer weiteren Besuche blieb sie zwei Stunden in der Maschinenabteilung und notierte: Was früher von Hand Monate gedauert habe, erledige nun die schönste Maschinerie in wenigen Augenblicken. Auch der Mann in chinesischer Tracht, der auf dem Gemälde der Eröffnung zwischen den ausländischen Kommissaren steht, war kein Gesandter: Eine offizielle chinesische Delegation gab es nicht; laut einem Bildschlüssel von 1852 war er „zufällig anwesend“.

Was die Quellen offenlassen: Der Tagebucheintrag über die zwei Stunden bei den Maschinen ist nicht datiert; eine Quelle setzt ihn auf den 1. Mai, was der Ablauf des Tages kaum zulässt. Die Besucherzahl schwankt je nach Quelle zwischen 20.000 und über 25.000. Die Anordnung folgt Selous' Gemälde von 1851/52; wo die Orgel stand, ist nicht geprüft. Ein scharfes Foto Victorias aus der Zeit um 1851 gibt es nicht, das Gesicht folgt einer Aufnahme von 1857.

Zum Weiterlesen

Quellen