The Cipher Bureau, Warsaw

1932 · Biuro Szyfrów · Werk 441 von 1.871

The Cipher Bureau, Warsaw, 1932, Biuro Szyfrów

A quiet cipher bureau office of the early 1930s, three plain wooden desks pushed together into one long surface, ruled sheets with faint pencil grids spread across them in overlapping layers, a slide rule and a stub of pencil among the papers, a large blackboard on the back wall wiped to a soft grey haze of chalk dust with a few smeared streaks, a box of chalk on its ledge, a tall sash window at the side with the blinds half drawn, thin daylight slanting through the slats onto the paper, a green shaded desk lamp burning on the nearest desk as the strongest light, a brass inkwell catching it, dark varnished floorboards, filing cabinets and a coat stand fading into the shadow of the far corners.

Wofür es benutzt wurde
Das Biuro Szyfrów gehörte zur zweiten Abteilung des polnischen Generalstabs; seine deutsche Sektion bearbeitete deutschen Funkverkehr. Am 1. September 1932 traten Marian Rejewski, Jerzy Różycki und Henryk Zygalski dort als feste Mitarbeiter an, nach einem militärischen Kryptologiekurs in Posen, den sie mit etwa zwanzig Kommilitonen besucht hatten. Die ersten Wochen gingen für einfachere Marinechiffren hin; Anfang Oktober 1932 erhielt Rejewski ein eigenes Zimmer und einen Stapel Enigma-Material. Aus dem Büro wurde eine Werkstatt: schon 1934 arbeitete das Büro mit etwa einem Dutzend Nachbauten der deutschen Maschine aus der Warschauer Funkfabrik AVA.
Was daran neu war
Gearbeitet wurde nicht mit sprachlichen Methoden, sondern vor allem mit Permutationstheorie: Rejewski erschloss die innere Verdrahtung der militärischen Maschine auf theoretischem Weg, und veröffentlichte die Methode später selbst unter dem Titel "An Application of the Theory of Permutations in Breaking the Enigma Cipher" (Applicationes Mathematicae 16, Heft 4, Warschau 1980). Den Einbruch datiert Rejewski auf die Jahreswende 1932/33, Władysław Kozaczuk genauer auf die ersten Januartage 1933. Allein war die Mathematik nicht: im Dezember 1932 übergab das französische Chiffrierbüro Schlüsseltafeln samt den Steckerverbindungen. Der Preis stand am Ende: am 25. Juli 1939 gaben die Polen in Warschau Methoden, Geräte und Maschinennachbauten an die Verbündeten weiter, und im September 1939 wurde fast die ganze Ausrüstung und der größte Teil der Akten des Büros vor und während der Evakuierung zerstört.

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