SIGABA

1940 · ECM Mark II · Werk 457 von 1.871

SIGABA, 1940, ECM Mark II

A large American cipher machine with fifteen cipher rotors arranged in three banks of five, three rows of rotors one behind the other, the rear bank of large cipher rotors, the middle bank of control rotors, the front bank of smaller index wheels, the rotor rims engraved with a ring of capital letters, a heavy metal hood hinged open above them, a full keyboard at the front with each key cap bearing a single capital letter, a printing unit above the keyboard with a narrow paper tape, the machine the size of a small suitcase and almost cubical, standing on a steel table, a single work lamp from above at an angle, grey metal and brass catching the light, the cipher room behind in darkness.

Wofür es benutzt wurde
Die Maschine für den höchsten Verkehr der amerikanischen Streitkräfte: Heer und Marine chiffrierten damit etwa die alliierten Kriegspläne für den Frühjahrsangriff auf Deutschland 1945. Sie reiste bis zu den Divisionen mit, verschlossen in Tresoren — Timothy Mucklow nennt für das NSA Center for Cryptologic History 100 Pfund Gewicht, rund 45 Kilogramm, und 60 Wörter je Minute. Bei Produktionsende nach dem Krieg waren rund 10.060 Stück im Bestand. Für den Verkehr mit den Briten brauchte es Umbauten; die Combined Cipher Machine verband SIGABA und Typex über Adapter. Gebrochen wurde sie nicht — verloren schon: In der Nacht zum 6. Februar 1945 wurde in Colmar ein Lastwagen mit einer SIGABA samt Walzen gestohlen. Eisenhower ordnete die Untersuchung an; der Wagen tauchte am 9. März bei Rambervillers wieder auf, die untere Tresorhälfte erst am 20. März.
Was daran neu war
Neu war nicht das Walzenprinzip — Hebern hatte schon Ende 1915 ein funktionierendes Modell gebaut. Neu war, dass die Maschine ihre unregelmäßige Fortschaltung selbst erzeugte: Fünf Chiffrierwalzen wurden von fünf Steuer- und fünf Indexwalzen so bewegt, dass pro Tastendruck eine bis vier Walzen weiterrückten, in wechselnder Auswahl; bei Hebern schalteten die Walzen regelmäßig und vorhersehbar. Mucklow führt den Gedanken auf Frank Rowlett um 1934/35 zurück, aufbauend auf Friedmans lochstreifengesteuerter M-134. Ein Bruch im Krieg ist nicht nachgewiesen; das Crypto Museum hält fest, dass die Maschine mit heutiger Rechenleistung angreifbar ist.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausHebern Electric Code Machine1918Die amtliche „History of Converter M-134-C“ beginnt die direkte Entwicklungslinie mit Heberns Maschine, 1923 dem Chief Signal Officer vorgeführt, und nennt deren fest getaktete Walzenbewegung ihre kryptographische Schwäche. Friedman ließ die Walzen deshalb von einem Lochstreifen weiterschalten; Rowlett ersetzte den Streifen durch einen zweiten Walzensatz, der das Fortschalten unregelmäßig macht.Beleg: History of Converter M-134-C (declassified, Friedman Collection) · Timothy J. Mucklow: The SIGABA/ECM Cipher Machine - A Beautiful Idea (NSA Center for Cryptologic History)

Zum Weiterlesen