Purple

1939 · Type 97 Stepping Switches · Werk 459 von 1.871

Purple, 1939, Type 97 Stepping Switches

A cipher apparatus built from telephone exchange stepping switches, banks of rotary contact switches mounted on a plywood board, each switch a half circle of contact points with a sweeping wiper arm, a thick tangle of cloth covered wire beneath them, a plugboard with sockets at one side, two office typewriters connected at either end of the board by heavy cables, the whole on a long wooden table, a single work lamp from above at an angle, bakelite and brass contacts catching the light, the room behind in darkness.

Wofür es benutzt wurde
Das japanische Außenministerium chiffrierte damit ab 1939 den Verkehr zwischen Tokio und seinen Botschaften. Die Japaner nannten das Gerät 97-shiki ōbun inji-ki, auch Angooki Taipu B; die Amerikaner nannten es Purple. Es war keine Walzenmaschine: Geschaltet wurde mit Schrittschaltern aus der Fernsprechtechnik, je 25 Stellungen. Das Signal Intelligence Service baute ein Gegenstück, ohne das Original je gesehen zu haben — das NSA-Museum schreibt, kein Westler habe je eine Purple-Maschine gesehen. Leo Rosen, Offizier und MIT-Absolvent, griff zu Uniselektoren aus der Telefonzentrale und verband die Baugruppen mit 500 Drähten. Nach rund 18 Monaten im Dunkeln gelang der Einbruch im September 1940. Freeman, Sullivan und Weierud halten fest, dass, soweit bekannt, nur wenige Teile einer echten Maschine geborgen wurden, und zwar bei Kriegsende.
Was daran neu war
Das Neue war der Baustoff: ein Chiffriergerät aus Fernsprech-Schrittschaltern statt aus Walzen. Ob Purple das erste solche Gerät war, ist nicht belegt. Übernommen wurde dagegen eine Eigenart des Vorgängers Red: die Teilung in Sechser und Zwanziger. Freeman, Sullivan und Weierud beschreiben sie so, dass ein Sechser-Buchstabe nur durch sich selbst oder einen anderen Sechser ersetzt wurde und ein Zwanziger nur durch einen Zwanziger — die beiden Hälften mischten sich nie. Genau diese Trennung gab dem SIS den Ansatz. Die Japaner behielten die Maschine bis Kriegsende bei.

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