Venona Sheets

1943 · Duplicate Key Analysis · Werk 477 von 1.871

Venona Sheets, 1943, Duplicate Key Analysis

Two intercepted message sheets laid side by side on a glass light table, columns of five-digit number groups typed on each, several groups circled in red pencil on both sheets, the circled groups lying at the same positions on each sheet, a red pencil and a magnifying glass at the edge, a stack of further sheets in a wire tray at the corner, the light glowing up through the paper as the main light, the sheets bright against the dark surround, a wooden chair pushed back, a filing cabinet and the rest of the analysis room in darkness.

Wofür es benutzt wurde
Am 1. Februar 1943 begann der Signal Intelligence Service der US-Armee in Arlington Hall ein kleines, streng geheimes Vorhaben, später Venona genannt, um verschlüsselten sowjetischen Diplomatenverkehr zu untersuchen. Begonnen hat es nach der NSA-Darstellung Gene Grabeel, wenige Wochen zuvor noch Lehrerin; den Auftrag gab nach dem Tagungsband von NSA und CIA Oberst Carter Clarke, dem daran lag, einen Separatfrieden zwischen Moskau und Berlin früh zu erkennen. Grabeel blieb 36 Jahre bei der Arbeit. Das Material lag seit 1939 gesammelt und war vorher nicht bearbeitet worden. Die Zettel und Blätter dienten dazu, Doppelverwendungen von Einmalschlüsselseiten aufzuspüren und aufeinander auszurichten.
Was daran neu war
Erfunden wurde nichts. Neu war der Angriffspunkt: nicht das Verfahren, sondern die Schlüsselherstellung. Ein Einmalschlüssel ist unknackbar, wenn er einmal benutzt wird; die NSA-Darstellung sagt, die Herstellungsstelle des KGB habe offenbar Seiten doppelt verwendet. Cecil Phillips beschreibt es genauer: in wenigen Monaten Anfang 1942, einer Zeit großer Belastung, druckte die Stelle aus unbekanntem Grund Doppelstücke des Schlüssels auf mehr als 35.000 Seiten und band sie zu Blocks. Die Doppelseiten erscheinen ab Mitte 1942 im Verkehr, in einem Kreis noch im Juni 1948. Ergebnis: etwa 3000 übersetzte Nachrichten nach NSA, rund 2900 nach dem Tagungsband von NSA und CIA; einen Nenner nennt die NSA nicht, nur "Tausende" und dass die Auswerter nur einen Bruchteil hatten. Die Lesbarkeit war nach NSA ungleichmäßig: 49 Prozent der KGB- Sprüche New York nach Moskau von 1944, 15 Prozent von 1943, 1,8 Prozent von 1942.

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