1866 · Cast Iron Columns with Arched Trusses · Werk 51 von 1.871
The Gare du Nord in Paris, cast iron columns carrying the shed trusses over the platforms, the stone facade above crowned with twenty-three statues personifying northern cities.
Wofür es benutzt wurde
Kopfbahnhof der Compagnie des chemins de fer du Nord für Nordfrankreich und Belgien. Der Vorgängerbau von 1846 diente vor allem dem Güterverkehr: Kohle und Stahl aus den nordfranzösischen Revieren. Hittorffs Neubau entstand ab 1861 über acht Bahnsteiggleisen, die Halle ist rund 200 m lang, die Binder spannen etwa 35 m, die gusseisernen Stützen lieferte eine Glasgower Gießerei (Alston & Gourlay, 1862). Die 23 Frauenstatuen der Steinfassade stellen die bedienten Städte dar, von Amsterdam und Brüssel bis Berlin, Wien und Warschau; sie allein kosteten 82.000 Francs. Der Bahnhof war fortlaufend zu klein: 1877 Erweiterung auf 13 Gleise, 1889 auf 18, 1900 auf 28. Die Steinfassade des Vorgängerbaus wurde nicht abgerissen, sondern abgetragen und in Lille wieder aufgebaut, wo sie bis heute die Gare de Lille-Flandres bildet.
Was daran neu war
Die Binderspannweite von rund 35 m übertraf die Pariser Vorgänger deutlich: die Gare de l'Est von 1852 kam auf etwa 30 m, King's Cross in London auf 32 m. Neu war weniger die Konstruktion als die Rollenverteilung - eine Steinfassade nach dem Muster eines Triumphbogens als Stadttor davor, dahinter die reine Eisenhalle. Das Motiv der Städtestatuen hat Hittorff nicht erfunden; die Gare de l'Est trug schon Figuren für Straßburg und Verdun. Zeitgenossen empfanden das Nebeneinander von klassischer Fassade und Industriehalle als unstimmig.