Plankalkül

1945 · Programming Notation · Werk 513 von 1.871

Plankalkül, 1945, Programming Notation

Handwritten pages of a programming notation set out in stacked rows, each statement written on several lines one above another with index lines beneath the main line, pencil on plain ruled paper, the rows aligned in columns down the page, several sheets overlapping, the edges of the sheets slightly worn, the sheets laid flat on a grey studio table, even flat light from directly above, the sheets alone in the frame.

Wofür es benutzt wurde
Der Plankalkül ist eine Notation zum Aufschreiben von Rechenvorschriften, die Konrad Zuse entwarf, als er nicht arbeiten konnte. Friedrich L. Bauer und Hans Wössner beschreiben die Lage: im Mai 1945 war Zuse mit seiner Relaisrechenmaschine Z4 im Allgäür Dorf Hinterstein angekommen, durch die Nachkriegsverhältnisse festgesetzt und an seinem Geschäft gehindert; so fand er Zeit, seine Studien von 1943 wiederaufzunehmen. Gedacht war die Notation nicht vor allem für Zahlenrechnungen. Nach Wolfgang K. Giloi schrieb Zuse selbst, sein Interesse habe weniger bei den numerischen Anwendungen gelegen, die für ihn trivial waren, als bei logischen Problemen; dem Schachspiel sind in der Schrift allein 44 Seiten gewidmet. Zu praktischem Gebrauch führte der Plankalkül nach Bauer und Wössner nicht. Gedruckt erschienen vor 1972 nur kurze Aufsätze, darunter neun Seiten 1948/49 im Archiv der Mathematik und vier Seiten 1959 in den Elektronischen Rechenanlagen; der Volltext kam 1972 als Bericht der GMD heraus, 285 Seiten.
Was daran neu war
Bauer und Wössner nennen 1972 den Unterschied und den Preis in einem Atemzug: der Plankalkül sei eine hoch entwickelte Programmiersprache mit strukturierten Objekten, die alle aus einem einzigen Grundtyp aufgebaut sind, den beiden Ja-Nein-Werten 0 und L; begrifflich sei das von Vorteil, die Vielfalt der Typen in verbreiteten Sprachen zeige aber die praktische Schwäche dieses Weges. Die Strukturierung von Objekten, schreiben sie, sei erst in jüngster Zeit in bestehende Sprachen gelangt, anderes stehe noch aus; Verweise als Objekte fehlten in Algol 60. Giloi nennt den Plankalkül die erste höhere Programmiersprache und im Titel eines eigenen Aufsatzes von 1997 zugleich "non von Neumann". Bauer und Wössner hatten schon 1972 geschrieben, um ihn historisch einzuordnen, müsse man ihn mit der etwa gleichzeitig in den Vereinigten Staaten entstandenen Flussdiagrammschreibweise vergleichen.

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