The Ditto Spirit Duplicator

1923 · Spirit Duplication · Werk 542 von 1.871

The Ditto Spirit Duplicator, 1923, Spirit Duplication

A small duplicator with a fluid reservoir at one end, a hand crank, sheets emerging faintly printed in aniline purple, a used master sheet peeled back and hanging over the edge of the machine, the print pale and fading on the top copy of the stack, a bottle of spirit beside it, the machine on a steel-framed table beneath a tall window on the left, an electric bulb in a green glass shade hanging above, a wire tray and plain papers beside it, steel filing cabinets and flat desks running back into the dim office with dark unlit figures at the far desks.

Wofür es benutzt wurde
Der Spiritusumdrucker vervielfältigte mit Farbstoff und Lösungsmittel statt mit Druckfarbe. Wilhelm Ritzerfeld aus Berlin-Charlottenburg beschreibt das Verfahren in seiner Patentschrift: man tippt das Original und legt dabei hinter das Blatt ein mit Kopierfarbe beschichtetes Papier, so dass auf der Rückseite eine spiegelbildliche Aufzeichnung entsteht; jedes Kopierblatt wird mit einer schnell trocknenden Flüssigkeit angefeuchtet und löst beim Andrücken einen Teil der Farbe vom Original ab. Die Farbschicht reiche, schreibt er, für "etwa 40 Kopien oder mehr". Gebraucht wurde das Gerät auch in Schulen: das US-Arbeitsschutzinstitut NIOSH zählte 1980 im Schulbezirk Everett im Staat Washington 58 Spiritusumdrucker, die von 84 Hilfskräften in 18 Schulen bedient wurden, und maß dort an Geräten ohne Absaugung 365 bis 3.080 ppm Methanol in der Luft. In der DDR vervielfältigten Oppositionsgruppen auf dem Ormig Flugblätter und Untergrundzeitschriften; die Gedenkstätte in der Leipziger Runden Ecke nennt 30 bis 250 Abzüge je Vorlage.
Was daran neu war
Neu war nach Ritzerfelds eigener Darstellung die spiegelbildliche Vorlage. Bei den gebräuchlichen Verfahren dieser Art, schreibt er, diente ein seitenrichtiges Original als Vorlage, die Kopien mussten deshalb auf dünnes, saugfähiges Papier genommen werden; seine Vorlage trug das Bild spiegelbildlich auf der Rückseite und ergab Kopien auf Papier jeder Stärke. Im Patent ist die Vorlage mit der Farbübertragung im ersten Anspruch beansprucht, das Lösungsmittel erst im zweiten; die Farbe Violett kommt darin überhaupt nicht vor. Der Widerhaken steht in einem späteren Patent der Firma selbst. Ditto, Incorporated beschreibt 1938, bisher sei es nicht möglich gewesen, elektrisch angetriebene Maschinen für das Nassverfahren zu verwenden, weil Funken den Alkohol entzünden könnten; das Verfahren sei deshalb auf handgetriebene Geräte beschränkt geblieben, was seine Ausbreitung naturgemäß gehemmt habe. Das Bürogerät des elektrischen Zeitalters musste gekurbelt werden, weil seine eigene Arbeitsflüssigkeit brannte. Als Ausweg schlägt das Patent vor, dem Alkohol 3 bis 35 Prozent eines Fluorchlorkohlenwasserstoffs beizumischen.

Was die Quellen offenlassen: 1923 ist bei zwei Quellen als Jahr der Einführung des Verfahrens belegt (Early Office Museum, Luis Nadeau), nicht als Gründung, Markeneintragung, Maschine oder Patent von Ditto, Incorporated - und es liegt ein Jahr vor Ritzerfelds eigener deutscher Priorität vom 2. April 1924. Ein deutsches Patent von 1923 fand sich nicht. Die verbreitete Angabe "20 bis 50 Kopien" ließ sich auf keine belastbare Quelle zurückführen.

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