A large sheet of point paper ruled into thousands of tiny squares, a floral pattern painted onto it square by square in flat colour so that each filled square stands for one hook and one thread, the paint edges hard against the printed ruling, the sheet laid flat on a drawing table with a brush and a small paint dish beside it, the grid a pale cream, the pattern in muted red and green against it, a pattern designer's room with daylight from a north window, the far end of the table and the room beyond out of focus.
Wofür es benutzt wurde
Das Punktpapier war das Bindeglied zwischen Zeichnung und Lochkarte. Auf diesem karierten Blatt bedeutet jedes senkrechte Feld einen Kettfaden und damit einen Haken der Maschine, jedes waagerechte Feld einen Schuss und damit eine Karte. Der Zeichner vergrößerte seine Skizze auf das Papier, indem er beide Blätter im gleichen Verhältnis rasterte, und malte die Felder aus - meist mit Zinnober oder Scharlach- und Karminlack; die Lacke waren durchsichtiger und ließen die Karos erkennen. Der Kartenschläger las danach: Rot stechen, Grund stehen lassen. Üblich war, das Blatt umzudrehen und von rechts nach links zu lesen, beginnend am numerierten Kartenende (Bell 1895).
Was daran neu war
Neu war, dass sich ein Gewebe vor dem Weben rechnen ließ. Die Feldgröße des Papiers war keine Zierde, sondern die Kennzahl der Maschine: "8 × 8" heißt acht Nadeln in der Reihe, und wenn auf 80 Kettfäden 100 Schüsse je Zoll kommen sollten, ergab der Dreisatz 8 × 10 - für 10 × 12½ musste man auf 10 × 12 ausweichen, weil halbe Felder nicht herstellbar waren, und statt des ungewöhnlichen 12 × 15 auf 12 × 14 (Bell 1895). So ließen sich Hakenzahl und Kartenzahl eines Musters ausrechnen, bevor eine Karte geschlagen war. Der Haken: Jetzt bestimmte das Papier, was sich entwerfen ließ. Bell zeigt ein Muster, das für ein gröberes Gewebe nicht zu verwenden war, weil es sich auf dem Punktpapier nicht unterbringen ließ. Oft mussten die Formen leicht verändert werden, damit sie aufs Papier passten.
Was die Quellen offenlassen: Normmaße eines Punktpapierblattes sind nicht belegt; Hersteller lieferten Sondergrößen auf Bestellung. Belegt ist ein Einzelfall: Für ein Damastmuster nach einem Entwurf von Owen Jones, 1873 in London ausgestellt, maß das gerasterte Blatt 16 Fuß auf 9 Fuß 3 Zoll und ergab 9.312 Karten bei 29.088 Kettfäden. Eine Angabe "Quadrate je Zoll" gilt immer nur für einen Papiertyp. Arbeitszeit und Kosten einer mise en carte wurden nicht gefunden.