Rotunde Wien

1873 · Iron Dome Structure · Werk 57 von 1.871

Rotunde Wien, 1873, Iron Dome Structure

The Rotunde of the Vienna world exhibition in the Prater, its enormous iron dome ringed by radiating ribs and topped with a crowned lantern, low galleries reaching out from the drum.

Wofür es benutzt wurde
Mittelbau der Wiener Weltausstellung 1873 im Prater, eröffnet am 1. Mai. Entworfen von John Scott Russell, ausgeführt von der Duisburger Firma Harkort, die bauliche Gestaltung übernahm Karl von Hasenauer. Die Kuppel misst 108 m im Durchmesser und 84 m in der Höhe, ruht auf 32 Eisensäulen und überdeckt rund 8.000 Quadratmeter; obenauf saß eine vergoldete Kaiserkrone. Die Ausstellung wurde ein Desaster: Acht Tage nach der Eröffnung, am 9. Mai 1873, krachte die Wiener Börse; im Sommer wütete die Cholera, von Juli bis Oktober starben in Wien 2.983 Menschen. Statt der erwarteten 15 bis 20 Millionen kamen 7,25 Millionen Besucher, das Defizit lag bei rund 14,8 Millionen Gulden. Die Rotunde selbst diente bis 1937 als Messehalle und brannte am 17. September 1937 ab; 1.000 t glühender Stahl und 400 t brennendes Holz stürzten in sich zusammen.
Was daran neu war
Eine freitragende Eisenkuppel von 108 m Durchmesser - gut das Zweieinhalbfache der größten gemauerten Kuppeln: Das Pantheon in Rom misst 43,44 m, die Kuppel des Petersdoms rund 42 m. Möglich wurde das durch Denkweisen aus dem Schiffbau; Scott Russell hatte zuvor mit Brunel die Great Eastern gebaut. Wie lange sie die größte Kuppel der Welt blieb, ist strittig: Eine amerikanische Fachbibliothek schreibt "for over a century", andere Angaben nennen eine Belgrader Messehalle von 1957 als Ablösung. Belastbar ist nur, dass sie es 1873 war.

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