Williams-Kilburn Tube

1947 · Electrostatic Storage · Werk 607 von 1.871

Williams-Kilburn Tube, 1947, Electrostatic Storage

The glass face of a cathode ray tube carrying a rectangular grid of small bright green dots and dashes in even rows, a thin metal pickup plate held close against the outside of the glass by a plain clamp, the pattern faintly uneven where the charge has begun to fade, the rows blurring slightly toward the edges of the raster, the phosphor glow the sole light on the glass, the round tube face filling the frame, the glass rim catching a faint warm reflection, everything beyond the tube face falling into pure black.

Wofür es benutzt wurde
Die Williams-Kilburn-Röhre war ein Arbeitsspeicher aus einer gewöhnlichen Kathodenstrahlröhre. Die Bits lagen als Ladungsflecken auf dem Leuchtschirm, eine Metallplatte außen vor dem Glas las sie ab. Freddie Williams begann die Arbeit am Telecommunications Research Establishment nach einer USA-Reise im Juni 1946; im November 1946 hielt er ein einzelnes Bit fest. Tom Kilburn fand im März 1947 ein besseres Verfahren, im November 1947 hielten die beiden 2048 Bits über Stunden. Der Speicher trug die Manchester-Maschinen und wurde später auch in IBM 701 und 702 eingebaut. Er bestand aus Standardbauteilen, war klein und billig und brauchte weder Temperaturregelung noch genau geregelte Spannung.
Was daran neu war
Neu war nicht die Röhre, sondern der schnelle wahlfreie Zugriff. Die konkurrierende Lösung, die Quecksilber-Verzögerungsleitung, war für EDVAC, EDSAC und ACE gewählt worden; dort musste man warten, bis das gesuchte Wort vorbeikam. Hier ließ sich jeder Fleck sofort anfahren. Williams und Kilburn waren damit nicht allein: Jan Rajchman entwarf bei RCA seit 1946 den Selectron nach demselben elektrostatischen Grundgedanken, nur mit erzwungener statt gemalter Bitauswahl. Der Preis des Manchester-Wegs: Die Ladung zerfiel binnen Zehntelsekunden, der Speicher musste sich also dauernd selbst neu schreiben, und die Ableseplatte verdeckte den Schirm, so dass man den Inhalt nur auf einer zweiten Röhre sehen konnte. Um 1955 verdrängte der Kernspeicher die Röhre aus neuen Anlagen - keine zehn Jahre nach dem ersten gespeicherten Bit.

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