1900 · Steel Arch with Glass Vault · Werk 62 von 1.871
The Grand Palais nave in Paris, riveted steel arches carrying a glazed barrel vault above the crossing, the double staircase with its curling wrought iron balustrade climbing to the galleries.
Wofür es benutzt wurde
Ausstellungshaus für die Weltausstellung 1900, ab 1897 in nur drei Jahren errichtet, an der Stelle des Palais de l'Industrie von 1855. Für das Publikum öffnete es am 16. Mai 1900. Der Untergrund an der Seine trug nicht: Rund 3.400 Eichenpfähle wurden eingerammt, 300 bis 400 Schläge je Pfahl, sechs Monate lang Tag und Nacht. Ab 1901 nutzten es der Automobilsalon und die Reitturniere; im Ersten Weltkrieg war es Lazarett - die ersten Verwundeten kamen am 1. Oktober 1914, 400 Menschen arbeiteten dort, allein im Saal 7 standen 240 Betten, im Juni 1919 schloss es. Die Pfähle wurden dem Haus zum Verhängnis: Als der Pariser Grundwasserspiegel sank, trockneten sie aus und verschwanden teilweise ganz. Im Juni 1993 fiel ein Niet aus 35 Metern ins Schiff, im November wurde es gesperrt; die Instandsetzung von 2001 bis 2006 kostete 101,36 Millionen Euro.
Was daran neu war
Neu war an diesem Haus nicht die Halle, sondern ihre Verkleidung: ein Stahlskelett mit gläsernem Tonnengewölbe, nach außen hin in eine Steinfassade im Stil der Akademie gehüllt. Gebaut haben es die vier Preisträger des Wettbewerbs von 1896 - Deglane, Louvet, Thomas und Girault -, die gegeneinander angetreten waren und danach zusammenarbeiten mussten. Der Widerhaken steckt im ältesten Teil des Baus. Getragen wird alles von rund 3.400 Eichenpfählen, und Eichenpfähle halten nur, solange sie unter Wasser stehen. Der herabgefallene Niet von 1993 war das Alarmzeichen; die Arbeiten, die daraus wurden, hießen im amtlichen Titel zuerst "Confortation des fondations", Sicherung der Gründung, und erst danach Verglasung, Stahlbau und Dach. Erneuert wurden 700 Tonnen Stahl und 14.900 Quadratmeter Glas des Schiffs - und der Untergrund: 9.200 Quadratmeter Schlitzwände, 2.500 Kubikmeter Betonsockel, 30.000 laufende Meter Bohrung.