1900 · Iron Hall with Coffered Vault · Werk 54 von 1.871
The Gare d'Orsay on the Seine quay, its coffered glazed barrel vault running the length of the platforms, twin station clocks set into the stone end wall.
Wofür es benutzt wurde
Bahnhof der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans, gebaut ab 1898 von Victor Laloux, eröffnet am 14. Juli 1900 zur Weltausstellung. Er verlängerte die Strecke vom Kopfbahnhof Austerlitz durch einen Tunnel entlang der Seine bis ins Zentrum. Die Halle misst 138 m Länge, 40 m Breite und 32 m Höhe; verbaut sind rund 12.000 t Stahl - mehr als die 7.300 t Eisen, die die Betreibergesellschaft für den Eiffelturm angibt. Im selben Gebäude lag ein Hotel mit 370 Zimmern. Die Bahnsteige waren zu kurz für die länger werdenden Fernzüge: Am 2. November 1939 endete dort der Fernverkehr, nach 39 Jahren. Danach Vorortbahnhof, Paketstelle, 1945 Empfangsstelle für heimkehrende Kriegsgefangene, Filmkulisse, Abrisskandidat; 1978 als Monument historique klassiert, seit Dezember 1986 Museum.
Was daran neu war
Dampf war im Tunnel unter dem Seine-Ufer nicht möglich. Die Strecke wurde deshalb von Anfang an für elektrische Traktion mit Gleichstrom über eine dritte Schiene geplant, im Bahnhof über eine feste Oberleitungsschiene. Ob Orsay der erste vollständig elektrisch betriebene Kopfbahnhof war, bleibt offen: Der französische Fachautor Clive Lamming nennt ihn ausdrücklich nur "die erste große französische Realisierung" und reiht ihn unter mehrere Elektrifizierungen um 1900 ein; die Spannungsangaben schwanken zwischen 550 und 600 V. Sicher belegt ist das andere: Das Denkmalregister hält fest, dass die inneren Metallstrukturen außen von einer Steinfassade verdeckt sind. Das Eisen ist hier nicht Schauseite, sondern Skelett.