The Water Integrator

1936 · Hydraulic Computation · Werk 654 von 1.871

The Water Integrator, 1936, Hydraulic Computation

A wall of vertical glass tubes standing in a row joined at their bases by pipes fitted with brass taps, water standing at a different height in each tube, small floats with pointers riding on the surfaces against paper scales, each scale a strip with fine graduated tick marks, the water in the tubes catching the light, condensation on the glass, every object of 1936 make, in a Soviet engineering institute laboratory, one bare electric bulb on a cord above the tubes, the room beyond the wall of glass dark.

Wofür es benutzt wurde
Der Wasserintegrator war ein Rechengerät aus Gefäßen, Rohren und Hähnen. Wasser stand für Wärme: Die Wasserstände in den Gefäßen entsprachen Temperaturunterschieden zur Luft, die Grundflächen der Gefäße den Wärmekapazitäten, die Rohrwiderstände den Wärmewiderständen. Wer wissen wollte, wie sich Wärme in einem Bauteil oder im Boden ausbreitet, baute das Problem aus Gefäßen nach, öffnete die Hähne und las die Pegel ab. Andrew Adamatzky ordnet diese Geräte in seiner Übersicht dem Jahr 1936 zu und schreibt, beide Bauarten seien dazu gedacht gewesen, Wärmeübergang nachzuahmen. Nach Angaben des Polytechnischen Museums Moskau, die er anführt, wurden in der Sowjetunion etwa 150 hydraulische Integratoren gebaut, einige nach Polen, in die Tschechische Republik und nach China ausgeführt; von einer tragbaren Fassung für Schulen ist ebenfalls die Rede.
Was daran neu war
Das Gerät rechnete nicht mit Zahlen, sondern mit Strömung: Die Differentialgleichung der Wärmeleitung wurde nicht gelöst, sondern als fließendes Wasser nachgestellt, und das Ergebnis stand als Pegel da. Einen einzelnen Erfinder gibt es nicht: Adamatzky schreibt, in den frühen 1930er Jahren seien hydraulische Rechengeräte gleichzeitig in der Sowjetunion durch Lukjanow und in den USA durch Moore erfunden worden. Der Widerhaken liegt in der Laufzeit: Diese Analogrechner verschwanden nicht mit dem elektronischen Rechner. Adamatzky verweist auf ein Gerät Modell Nr. 3, das 1956 vom Analogrechnerwerk Rjasan an das Moskauer Polytechnische Institut gestiftet wurde - ein eigenes Werk für Analogrechner gab es also noch, als die ersten Digitalrechner schon liefen.

Was die Quellen offenlassen: Dünn belegt. Nur eine belastbare Quelle, eine Übersichtsarbeit, die sich für die Stückzahlen auf das Polytechnische Museum Moskau beruft. A. D. Moores Veröffentlichung zum "Hydrocal" (Industrial and Engineering Chemistry) war nicht abrufbar. Die oft genannten Einsätze bei Permafrost und Staudammbau wurden nicht belegt und fehlen daher.

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