Serres Royales de Laeken

1876 · Iron and Glass Dome · Werk 66 von 1.871

Serres Royales de Laeken, 1876, Iron and Glass Dome

The Winter Garden of the Royal Greenhouses at Laeken, a ring of iron columns carrying a wide glazed dome with a crown lantern, glass corridors running off between the plantings.

Wofür es benutzt wurde
Kein botanisches Institut, sondern Empfangsräume: Die Gewächshäuser in Laeken waren von Anfang an für Empfänge und Bälle Leopolds II. bestimmt. Der Jardin d'Hiver, 1874 bis 1876 von Alphonse Balat gebaut, ist eine Rotunde von 57 Metern Durchmesser und 25 Metern Höhe; das Eisengerüst besteht aus 36 sichtbaren Bögen auf einer dorischen Säulenreihe. Bis 1905 wuchs daraus ein zusammenhängender Komplex aus 36 Glaspavillons auf 1,5 Hektar, verbunden durch eine 200 Meter lange Galerie. 1876 baute die französische Firma Geneste, Herscher & Cie die Zentralheizung ein, deren Schornsteine als Minarette verkleidet sind. Für die Palmen aus dem Kongo entstand 1886 bis 1888 ein eigenes Haus von 30 Metern im Quadrat. Geöffnet ist die Anlage drei Wochen im Jahr; dann kommen über 100.000 Besucher.
Was daran neu war
Nicht ein Haus, sondern eine begehbar verbundene Glasstadt: Der König konnte zwischen Empfangsraum und Pflanzensammlung wechseln, ohne ins Freie zu treten. Die Rotunde misst 57 Meter im Durchmesser; das Palm House in Kew ist an seiner breitesten Stelle 30 Meter breit. Das Prinzip zehrt an sich selbst: Die Luftfeuchte, die die Häuser halten sollen, korrodiert den Stahl. Der Sender RTBF berichtet von 11 bis 15 Millionen Euro für die Instandsetzung; allein die Voruntersuchung von 2019 bis 2021 kostete nach Angabe der Regie der Gebäude rund eine Million Euro. Dass Kongo-Erträge die Bauten bezahlt hätten, ist für die früheren Teile zeitlich ausgeschlossen - der Kongo-Freistaat entstand 1885, der Jardin d'Hiver stand 1876 -, für die späteren fand sich kein Beleg.

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