A set of nested gimbal rings holding a spinning mass at their centre, the innermost stage staying level while the outer rings are tilted right over, bright machined rings in three sizes one inside the other with bearings at their pivots, the rotor a polished cylinder blurring with speed, slip rings and fine wires at the pivots, the assembly on a test stand, in an instrument laboratory around 1950, one lamp lit above the platform so the rings gleam, the laboratory beyond dark.
Wofür es benutzt wurde
Die stabilisierte Kreiselplattform ist der Kern eines Trägheitsnavigationsgeräts. Sie ist ein in Kardanrahmen hängender Tisch, den Kreisel über Servos so festhalten, dass er seine Richtung im Raum behält, während das Fahrzeug um ihn herum rollt, nickt und giert. Auf dem Tisch sitzen Beschleunigungsmesser, und aus ihren Werten rechnet ein Analogrechner laufend Ort und Kurs, ohne Blick nach draußen und ohne Funkpeilung. Im Instrumentation Laboratory von Charles Stark Draper am MIT hieß diese Bauart SPIRE und bestand aus drei einachsigen, in Flüssigkeit schwimmenden Kreiseln und drei pendelnden integrierenden Kreiselbeschleunigungsmessern. Eine Temperaturregelung hielt die Zähigkeit der Lagerflüssigkeit nahe am Sollwert, weil nur dann der Einfluss der Scherung rechenbar blieb. Am 7. Februar 1953 navigierte SPIRE eine B-29 von Bedford in Massachusetts nach Los Angeles, durchgehend im Autopiloten. Das Gerät wog dabei 3.000 Pfund.
Was daran neu war
Neu war die Unabhängigkeit von allem Äußeren. Funkpeilung braucht Sender, Astronavigation braucht Sterne und freie Sicht, die Plattform brauchte keines von beiden und lieferte eine Position auch unter Wolken und im Funkschatten. Möglich wurde das durch den 1947 in Drapers Labor entwickelten einachsigen, schwimmend gelagerten Kreisel, den Draper selbst als Grundlage der stabilisierten Plattform bezeichnet. Der Preis steht in der Zahl: Das System sollte nach zehn Flugstunden weniger als eine Seemeile Fehler haben und wog 3.000 Pfund, weil die Konstruktion nach Philip D. Hattis ganz auf die Funktion und nicht auf die Baugröße gesehen hatte.
Was die Quellen offenlassen: Für das Jahr 1950 nennen die eingesehenen Quellen kein Ereignis. Hattis datiert die Vorläuferflüge FEBE auf 1949 und den SPIRE-Flug auf den 7. Februar 1953, die Geschichtsseite von Draper ebenso; das Jahr 1947 für den schwimmenden Kreisel nennt nur sie. Ein Erstrecht folgt daraus nicht, beide beschreiben nur dieses Labor. Kosten des Systems sind in keiner der beiden Quellen angegeben.