Palmenhaus Schoenbrunn

1882 · Cast Iron Glasshouse Frame · Werk 67 von 1.871

Palmenhaus Schoenbrunn, 1882, Cast Iron Glasshouse Frame

The Palmenhaus at Schoenbrunn, three glass pavilions linked by low passages with the tallest at the centre, cast iron members bolted into arching ribs above the imperial garden.

Wofür es benutzt wurde
Kaiserliches Schauhaus im Schlosspark, ab 1880 im Auftrag Franz Josephs I. nach Plänen des Hofarchitekten Franz Xaver Segenschmid errichtet und am 17. Juni 1882 eröffnet. Drei Pavillons, drei Klimazonen: im südlichen Warmhaus mindestens 18 Grad, in der Mittelhalle 12, im nördlichen Kalthaus 6. Geheizt wurde mit drei kohlebefeuerten Kesseln über eine unterirdische Dampf-Wasserheizung; das Tropenhaus liegt deshalb unmittelbar neben dem Heizhaus. Der Bau ist 111 Meter lang, bis 28 Meter breit, an der höchsten Stelle 25 Meter hoch und trägt 45.000 Glasscheiben auf 4.900 Quadratmetern. Das Schmiedeeisen, 600 Tonnen, lieferte Ignaz Gridl, das Gusseisen die Firma R. Ph. Waagner.
Was daran neu war
Das Haus wurde aus vorgefertigten Teilen montiert und stand nach zwei Jahren; das Eisengerüst liegt außen, die Glasflächen schmiegen sich als Haut an die gebogenen Träger. Der Betreiber nennt es bei der Eröffnung das größte Glashaus der Welt - das hält nicht: Kews Temperate House war seit 1863 in Betrieb, bei der Eröffnung nach Kews eigener Angabe zu drei Vierteln fertig, und bedeckt 4.880 Quadratmeter gegenüber den 2.500 in Schönbrunn. Wie weit die Konstruktion trug, entschied der Februar 1945: Bomben schlugen in der Nachbarschaft ein, die Druckwellen zerstörten die Verglasung, ein Teil der Pflanzen erfror, und erst 1953 öffnete das Haus wieder. Das Nachkriegsglas hielt keine 25 Jahre - 1976 gesperrt, 1986 bis 1990 Tragwerk vollständig erneuert, 2011 bis 2014 erneut saniert.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausPalm House Kew1848Die Österreichischen Bundesgärten schreiben es ohne Umschweife: "Direktes Vorbild war das Palmenhaus in Kew Gardens." 1878 reisten Hofgarteninspektor Adolf Vetter und Franz Segenschmid nach London und sahen den Bau von 1844-1848; anders als dort kamen in Schönbrunn quadratische Eckpavillons an die Seitenflügel.Beleg: Österreichische Bundesgärten, Grüne Schatzkammer: Ein Palast für exotische Pflanzen

Zum Weiterlesen