To Bury the Past

1893 · The Revolutionaries · Werk 680 von 1.871

To Bury the Past, 1893, The Revolutionaries

The rolling mill hall of a great steelworks, a winter day, 1 February 1893, a long high hall of iron columns and roof trusses, grey daylight through tall windows, an iron-plated earth floor, at the right a heavy plate mill stand with cast-iron housings, a glowing steel slab on its roller table, steam rising off the metal, open-hearth furnaces glowing at the back, in the foreground from behind elderly workmen in worn grey and brown wool jackets, nearest the camera a broad-shouldered roller in a leather apron, his hands half raised as he speaks, facing them across a few yards of floor six gentlemen in dark overcoats and bowler hats, in profile or with faces shaded by hat brims, and at the front of this group, in the centre of the frame, the man, a living figure in the scene and the only person whose face is sharp, a short stocky man of fifty-seven with a full grey-white beard and grey side-parted hair, bare-headed, bowler in hand, in a dark overcoat, his face turned toward the camera, the same distance from the camera as the men beside him, at his side a taller man, in profile, face shaded by his hat brim.

Wer
Andrew Carnegie (1835–1919) war einer der reichsten Industriellen seiner Zeit und einer der größten Stifter. Er wurde in Dunfermline in Schottland als Sohn eines Handwebers geboren, den die Dampfwebstühle um die Arbeit gebracht hatten; 1848 wanderte die Familie nach Pittsburgh aus. Dort begann er als Spulenjunge für 1,20 Dollar die Woche, wurde Telegrafenbote, Telegrafist und schließlich Leiter eines Bezirks der Pennsylvania Railroad. Mit Eisenbrücken und ab 1875 mit Stahl nach dem Bessemer-Verfahren baute er ein Unternehmen auf, das um 1900 mehr Stahl erzeugte als ganz Großbritannien. In seinen Werken galten lange Schichten und niedrige Löhne, und 1892 stellte er sich hinter seinen Partner Henry Clay Frick, der in Homestead die Gewerkschaft brechen wollte. 1901 verkaufte er sein Stahlgeschäft für 480 Millionen Dollar an J. P. Morgan und gab danach sein Vermögen weg, unter anderem für mehr als 2.500 öffentliche Bibliotheken. Sein Aufsatz „The Gospel of Wealth“ von 1889 gilt als Grundtext der Philanthropie.
Der Moment
Am 6. Juli 1892 kämpften in Homestead am Monongahela, dem größten Siemens-Martin-Stahlwerk Amerikas, die ausgesperrten Arbeiter gegen 300 Pinkerton-Wachleute; sieben Arbeiter und drei Pinkertons starben. Ab dem 12. Juli hielt die Nationalgarde den Ort besetzt, am 21. November kehrten die Männer zu den Bedingungen der Firma zurück, ohne Gewerkschaft. Carnegie war in Europa. Am 30. Januar 1893 erklärte er in Pittsburgh, er sei nicht gekommen, die Vergangenheit aufzuwühlen, sondern sie zu begraben. Am 1. Februar ging er mit Frick und weiteren Beamten durch die Werke in Homestead und Braddock. Nach seiner eigenen Erinnerung traf er alte Arbeiter, die sich am Aufruhr nicht beteiligt hatten, und sagte ihnen, das Angebot der Firma sei großzügig gewesen. Ein Walzer antwortete, es sei nicht ums Geld gegangen: Von Carnegie hätten sich die Leute treten lassen, aber von dem anderen Mann nicht das Haar streicheln. Einen Namen nennt Carnegie nicht; naheliegend ist Frick. Das Bild zeigt dieses Gespräch in der Walzwerkhalle.
Die Kehrseite
„The past, of which I knew nothing“, so nannte Carnegie, was er begraben wollte. Seine Briefe sagen anderes. Nach der Schlacht kabelte er an Frick: „All anxiety gone since you stand firm. Never employ one of these rioters. Let grass grow over works.“ Zum Rundgang ließ die Firma erklären, Carnegie besuche die Werke immer, wenn er in Pittsburgh sei; der Besuch habe keine weitere Bedeutung. Dieselbe Meldung berichtete, dass in Braddock gerade ein niedrigerer Lohntarif verkündet worden war. Und gestritten wurde 1892 um die Löhne an neuen Maschinen. Ein Partner Carnegies: „The Amalgamated placed a tax on improvements, therefore the Amalgamated had to go.“

Was die Quellen offenlassen: Das Gespräch mit dem Walzer überliefert allein Carnegies Autobiographie, rund zwanzig Jahre später geschrieben; sie datiert den Besuch irrtümlich auf 1892. Die Fachpresse nennt den 1. Februar 1893; ein Zeitungsbericht vom 27. Januar wurde nicht gelesen, möglich sind zwei Besuche. In welcher Halle das Gespräch stattfand, ist unbekannt; die Halle im Bild ist typisiert, Frick hat kein erkennbares Gesicht.

Zum Weiterlesen

Quellen