1665 · Collected Plague Bills · Werk 682 von 1.871
A stack of freshly folded thin quarto pamphlets on the bench of a small London press room in the autumn of 1665, the top pamphlet lying at a flat angle to the lens, its front page covered by a broad woodcut border of solid black ink with an arched top, the figures of the border left in the brown of the paper, a large human skull above two crossed thigh bones at the head of the border, a winged hourglass above the skull, one standing human skeleton in each side strip, grave-diggers' shovels and pickaxes and long bones in the foot strip, the panel inside the black border a field of soft grey lines, brownish handmade paper with deckle edges, behind the bench a wooden hand press with its long bar, damp sheets hanging over cords against the light, a woman printer seen from behind in a linen cap and apron with her hands on the bar, a window with its shutters half closed.
Wofür es benutzt wurde
Das Buch ist die gesammelte Sterbestatistik der Londoner Pest von 1665, gedruckt noch im selben Jahr. Grundlage waren die wöchentlichen Bills of Mortality: Die Gesellschaft der Pfarrschreiber, die Company of Parish Clerks, zählte Woche für Woche die Begräbnisse in jedem Kirchspiel, geordnet nach Todesursache. Die Ursache stellte zunächst der Küster fest, später angelernte Frauen des Kirchspiels, die searchers of the dead, die die Leichen in Augenschein nahmen. Empfänger waren vor allem die Aldermen der Stadt; Krone und Kanzler bekamen Abschriften, und ab etwa 1600 kam der Druck für das Publikum hinzu. Die Jahresbilanz für das Jahr bis zum 19. Dezember 1665 nennt 97.306 Begräbnisse, davon 68.596 an der Pest. Die schlimmste Woche war der 12. bis 19. September 1665 mit 7.165 Pesttoten.
Was daran neu war
Anders als ältere Gedenk- und Sammelblätter enthielt der Band weder ärztliche Ratschläge noch Gebete oder Anzeigen, sondern nur die Nachdrucke der amtlichen Wochenzettel eines ganzen Seuchenjahres; die Druckerin begründete das damit, dass man 1665 kaum noch Angaben zur Pest von 1625 fand. Andere europäische Städte führten Pestlisten mit Namen und Stand der Toten; London zählte nur Köpfe. Genau das machte die Bills auswertbar — John Graunt hatte wenige Jahre zuvor vorgeführt, was aus solchen Reihen zu holen ist — und machte zugleich jeden Einzelnen unauffindbar. Der Widerhaken steckt in der Zahl selbst: Gezählt wurden Begräbnisse auf anglikanischen Friedhöfen, nicht Todesfälle. Katholiken, Juden, Quäker und andere Dissenter fehlen. Die 68.596 sind also eine Untergrenze, und das vollständigste Dokument der Katastrophe ist eines, das einen Teil der Opfer nie erfasst hat.
Was die Quellen offenlassen: Die National Library of Medicine betont, es gebe keinen Hinweis darauf, dass John Graunt den Band hergestellt habe, obwohl ihm das später oft zugeschrieben wurde; gedruckt und verkauft wurde er von E. Cotes, Druckerin der Pfarrschreiber-Gesellschaft. Das Original wurde nicht eingesehen.