A narrow broom cupboard of 1911 at the back of a painted Victorian crypt chapel beneath a great medieval hall in London at night, a neo-Gothic wall cupboard with a single oak plank door on wrought-iron strap hinges, the door standing a hand's breadth open, inside on the stone floor a galvanised bucket, two brooms and a folded dark wool overcoat, low ribbed vaults above with gilded ribs, a floor of encaustic tiles in buff, red and black, the light of a hand lantern falling from the left, in the foreground the hand of an official in a dark serge sleeve holding a folded sheet of pale grey-green paper, its ruled grid blank, soft in focus.
Wofür es benutzt wurde
Die Besenkammer steht im Palast von Westminster, und in ihr versteckte sich Emily Wilding Davison in der Nacht der britischen Volkszählung, Sonntag, 2. April 1911. Davison war Suffragette, und der Zweck war, als Wohnort das House of Commons angeben zu können — das Parlament, das Frauen das Wahlrecht verweigerte. Die Zählung von 1911 war Ziel eines Boykotts, zu dem Emmeline Pankhurst aufgerufen hatte: Wer sich weigerte, den Bogen auszufüllen, riskierte 5 Pfund Strafe oder einen Monat Haft. Manche beschrieben die Bögen mit Parolen wie "No vote - No census", andere blieben die Nacht über fort und versammelten sich auf Wimbledon Common, am Trafalgar Square oder in einem Haus in Manchester, das Census Lodge genannt wurde. Davison blieb nach der Darstellung von Historic UK 46 Stunden, wurde von einer Reinigungskraft entdeckt, verhaftet und ohne Anklage freigelassen.
Was daran neu war
Der Boykott benutzte den Erhebungsbogen selbst als politisches Mittel: nicht eine Behörde zu bestreiken, sondern die Angabe zu verweigern oder umzulenken, auf die der Staat angewiesen ist. Der Widerhaken ist das Ergebnis. Davison wurde zweimal gezählt: einmal mit der Eintragung, sie sei in der Krypta von Westminster Hall versteckt angetroffen worden, und zugleich von ihrer Vermieterin in der Coram Street. Dem Staat tat der Boykott kaum etwas — viele der protestierenden Frauen stehen trotzdem in den Listen, weshalb seine Wirkung als gering gelten kann —, doch die Besenkammer blieb. Tony Benn schraubte dort um 1991 eine Tafel an, auf der steht: "In this broom cupboard Emily Wilding Davison hid herself, illegally, during the night of the 1911 census."
Was die Quellen offenlassen: Die 46 Stunden und die Doppelzählung stehen nur bei Historic UK; die Seite des britischen Parlaments nennt beides nicht. Die Parlamentsseite datiert die Tafel auf etwa 1991 und gibt den zitierten Satz wörtlich. Eine Gesamtzahl der Frauen, die sich der Zählung entzogen haben, nennt keine der eingesehenen Quellen.