The Blank Cover Sheets

1987 · Machine-Readable Census Form · Werk 719 von 1.871

The Blank Cover Sheets, 1987, Machine-Readable Census Form

A laundry basket filled to the brim with unfilled machine-readable sheets on the landing of an old tenement stairwell in West Berlin in May 1987, the basket of woven pale wicker standing on worn linoleum before a brown apartment door, the sheets in portrait format thirty by twenty-two centimetres, white paper with pale grids of small boxes and short black timing marks along one margin, seen obliquely from above so that mainly paper edges and faint ruled grids show, on top an unused sharpened pencil, a hand in a knitted green pullover sleeve laying one more sheet onto the pile, wooden banisters, a doormat, cream painted walls, dull daylight from a stairwell window.

Wofür es benutzt wurde
Die Erhebungsbögen der westdeutschen Volkszählung mit dem Stichtag 25. Mai 1987. Der Tagesspiegel nennt rund 600.000 Zähler für etwa 25 Millionen Haushalte; die Bögen kamen von der örtlichen Erhebungsstelle, das Ausfüllen war Pflicht. Nach dem Bericht der taz wurden am Zählungstag rund 77.000 Fragebögen leer abgegeben. Der Beitrag "Volkszählung 87, die letzte" in den vorgängen Nr. 91 von 1988 hält fest, dass 95 Prozent der ausgegebenen Bögen zurückgekommen waren, auf der Boykottseite, nach außen siegesgewiss, im kleineren Kreis Zweifel aufkamen - "Nur noch 5% verweigerte Bögen!" - und im Oktober, 5 Monate nach dem Stichtag, noch etwa 3 Millionen Bögen ausstanden. In Berlin wurden 40.000 Zähler herangezogen, wo etwa 20.000 gebraucht wurden.
Was daran neu war
Am leeren Bogen selbst ist nichts neu. Neu war sein Rechtsgewicht: 1987 wurde erstmals nach den Regeln gezählt, die das Bundesverfassungsgericht 1983 auferlegt hatte, und die Weigerung war damit ein Verstoß gegen ein nachgebessertes Gesetz. Wie teuer sie werden konnte, hing vom Mittel ab: die vorgänge nennen erwartete Zwangsgeldbescheide von etwa 500 Mark und ein in der Boykottliteratur zitiertes Bußgeld bis 10.000 DM nach dem Statistikgesetz, der Tagesspiegel nennt für das Zwangsgeld eine bundesweit festgelegte Höchstgrenze von 2.000 Mark. Der Widerhaken liegt in der Rechnung. Das Amt gewann die Zahl - Behördenpräsident Egon Hölder gab die Nichtteilnahme nach dem Tagesspiegel mit unter 1 Prozent an - und verlor das Geld: die Zählung kostete nach der taz rund 1 Milliarde Mark statt der geplanten 545 Millionen, allein die Werbung nach dem Tagesspiegel 46 Millionen.

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