The Receipt Card

1891 · Insurance Contribution Card · Werk 726 von 1.871

The Receipt Card, 1891, Insurance Contribution Card

An opened folded pasteboard card of 1891 lying at a flat angle on the worn oak counter board of a small post office in Saxony, the card of folded yellowish brown pasteboard, opened twenty-one centimetres by fifteen, soft in focus, its inner side a plain grid of small ruled fields from edge to edge, the upper half filled with rows of small gummed paper squares of plain reddish colour, beside it a moistening sponge in a glass dish, a worker's hand in a coarse grey woollen sleeve pushing the card toward the brass grille, behind the grille the postal clerk in a dark blue coat, gaslight from above and daylight from the door on the right.

Wofür es benutzt wurde
Die Quittungskarte der deutschen Invaliditäts- und Altersversicherung. Die Chronik der Deutschen Rentenversicherung nennt das Gesetz vom 22. Juni 1889 und sein Inkrafttreten am 1. Januar 1891. Die Beiträge wurden als Wochenbeitragsmarken bei der Post gekauft und in die Quittungskarte eingeklebt, die als Nachweis der Zahlung diente; der Beitragssatz lag bei rund 1,7 Prozent, die höchste Klasse IV griff über 850 Mark Jahresverdienst. 1890, ein Jahr vor Inkrafttreten, wurden 31 Versicherungsanstalten errichtet. Volle Karten gingen nach Darstellung der Arolsen Archives an die Landesversicherungsanstalten zurück; bis zum 28. Juni 1942 kauften zivile Zwangsarbeiter die Marken und die Arbeitgeber klebten sie ein, ab Juli 1942 behielten die Arbeitgeber den Anteil vom Lohn ein.
Was daran neu war
Neu war nicht die Fürsorge, sondern der Nachweis: der Anspruch hing an Marken auf einer Karte, und die Marken verkaufte die Post - das Postamt wurde damit zur Kasse einer Sozialversicherung. Der Widerhaken hat 2 Hälften. Die Wochenmarke hielt sich: die Chronik der Rentenversicherung verzeichnet die Abschaffung der Wochenmarken in der Arbeiterrentenversicherung erst 1957 und die der letzten Beitragsmarken 1976, also 85 Jahre nach dem Anfang. Und die Karte überlebte ihren Zweck: Nach Darstellung der Arolsen Archives mussten Firmen, Behörden und Versicherer in der Ausländersuchaktion die Quittungskarten abgeben, weil sich mit ihnen das Schicksal der Inhaber klären ließ - Zwangsarbeiter hatten jährlich mindestens 26 Beitragswochen zu zahlen, erhielten aber selten Leistungen und erwarben keine deutschen Rentenansprüche.

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