The Airgraph

1941 · Microfilm Letter Service · Werk 740 von 1.871

The Airgraph, 1941, Microfilm Letter Service

A microfilm letter service workroom of 1941 in London, on a steel table a small square box of plain buff cardboard with its flap open, in it a black spool holding a small reel of narrow grey film, beside the table a recording camera cabinet, a dark brown chest-shaped box about ninety centimetres high on short legs with a flat lid, at its side a low feed shelf where two women's hands slide in a single ruled sheet lying flat, a tall stack of identical sheets seen edge-on, further cabinets in a row with women seen from behind, white glazed brick walls, cold light from enamel shaded lamps above.

Wofür es benutzt wurde
Ein Verfahren, um Feldpost als Mikrofilm zu fliegen. Der Absender schrieb auf ein vorgegebenes Formular, die Post fotografierte es, der Film flog, am Ziel vergrößerte Kodak die Nachricht auf einen kleinen Bogen, der in einen Umschlag kam. Nach Angaben des Postal Museum begann der Dienst im Mai 1941, entwickelt von GPO, Kodak und BOAC, weil die Mittelmeerroute nach Italiens Kriegseintritt 1940 gefährdet war; Kodak lieferte Film und Recordak-Kameras, die Rollen flog die BOAC. Eine Filmrolle wog rund 155 Gramm und trug bis zu 1.700 Briefe. Das Postal Museum nennt für 1941 bis 1945 nach GPO-Angaben rund 300 Millionen weltweit bearbeitete Airgraphs.
Was daran neu war
Neu war nicht die Mikroverfilmung - Kodak brachte dafür seine vorhandenen Recordak-Kameras ein. Auch dass beim Empfänger nicht das Blatt des Absenders ankam, sondern ein fotografischer Abzug davon, hatte ein Vorbild: Das Postal Museum nennt die Taubenpost während der Belagerung von Paris 1870, bei der Briefe fotografiert und am Ziel vergrößert wurden. Der Preis war Arbeitsteilung: Das Postal Museum beschreibt die Kette mit Frauen in Londoner Betrieben und im Kodak-Werk Harrow, oft in Halbtagsschichten, französischen Frauen in Algier, die 12 Stunden an 7 Tagen der Woche sortierten, und ägyptischen Jungen, die täglich 100.000 bis 150.000 Airgraphs eintüteten und verschlossen. Der Widerhaken: Der Dienst wurde am 31. Juli 1945 eingestellt, weil der Verkehr zurückging, als billigere, verbesserte Luftpostbriefe verbreitet waren; zudem war der Krieg vorbei und die Luftwege waren frei.

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