The Chip Ring

1974 · Microcircuit Ring and Hand-Wired Terminal · Werk 759 von 1.871

The Chip Ring, 1974, Microcircuit Ring and Hand-Wired Terminal

A hand-built electronic prototype of 1974 on a kitchen table in Paris in the evening, a raw chipboard panel fifty-three by thirty-seven centimetres, on it brown perforated circuit boards with rows of small black components under a loose tangle of thin red, blue and yellow wires, at the back a small transformer and five small glowing lamps, at the front edge a strip of socket contacts, a man's hand holding just above it a tarnished thin metal finger ring, on the ring an oval greenish setting carrying a white ceramic component three centimetres long with eight gilded legs along each long side, warm light from a jointed desk lamp on the left.

Wofür es benutzt wurde
Roland Moreno wollte einen Speicherchip, den man wie einen Siegelring trägt, zum Ausweisen an einem Lesegerät nutzen. Sein erstes Patent, am 25. März 1974 angemeldet, betrifft nach der Bildunterschrift von France Mémoire einen Speichergegenstand in Ringform; das Foto zeigt ihn im dafür gebauten Lesegerät. Nach dem Bericht von heise war ein Chip auf den Ring gelötet, dessen Beine in eine Fassung gedrückt wurden - gesiegelt wie mit Wachs; heise nennt die Lösung eher unpraktisch, eine Vorführung von 1976 gelang. Moreno ging danach auf die Karte im Leser über. Im Gebrauch stand nicht der Ring, sondern was aus ihm wurde: ab Anfang 1983 die Télécarte am Kartentelefon, deren erste Auflage von 250.000 Stück nach heise schnell vergriffen war, und 1986 die ersten französischen Chip-Bankkarten im Versuch in der Bretagne.
Was daran neu war
Der Ring war nicht die erste Idee, Speicher in einen tragbaren Gegenstand zu legen. France Mémoire listet vor Moreno Patente von Pomeroy (1967, USA), Gröttrup und Dethloff (1968 in Österreich, 1969 in Deutschland), Ellingboe (1970, USA), Arimura (1970, Japan), Castrucci (1971, USA) und Halpern (1972, USA); heise datiert die Anmeldung von Dethloff und Gröttrup auf den 6. Februar 1967. Morenos eigener Anteil lag weniger im Chip als im Verwerten: 45 Patente zwischen 1974 und 1979 und nach heise bis zu seinem Tod 2012 etwa 150 Millionen Euro aus Patenten und Innovatron.

Was die Quellen offenlassen: France Mémoire datiert die Patente von Gröttrup und Dethloff auf 1968 (Österreich) und 1969 (Deutschland), heise ihre Anmeldung auf den 6. Februar 1967; keine der Quellen erklärt den Unterschied oder entscheidet, wer zuerst war.

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