The Duisburg Map

1569 · Conformal Sea Chart Projection · Werk 763 von 1.871

The Duisburg Map, 1569, Conformal Sea Chart Projection

Freshly pressed sheets of a large sea chart of 1569 lying on a long table in a printing workshop in Duisburg, each about forty-five by sixty-five centimetres, seen along the table at a flat angle, the nearest sheet showing only open sea covered with straight fine black lines radiating from a single point and a narrow margin of bare paper, the sheets behind it soft in focus, beside them a bright copper plate face down, a leather ink ball, a plain wooden straightedge, a wooden press behind, daylight from a window on the left, two hands in grey linen sleeves holding a sheet by its edge.

Wofür es benutzt wurde
Mercators Weltkarte Nova et aucta Orbis Terrae descriptio ad usum navigantium emendate et accomodata erschien im August 1569 in Duisburg, nach 30 Jahren Vorarbeit, im Format 212 x 134 cm und etwa im Maßstab 1:20 Millionen. Sie war, wie der Titel sagt, für den Gebrauch der Seefahrenden gemacht, weniger für die Gelehrten: Weil die Abbildung winkeltreu ist, erscheint ein Kompasskurs - die Loxodrome - als Gerade und lässt sich mit Lineal und Winkelmesser unmittelbar abgreifen.
Was daran neu war
Entscheidend war das Gitter, nicht das Kartenbild: eine Art Zylinderabbildung mit wachsenden Breiten, Berührungskreis am Äquator, winkeltreu - damit wird aus der krummen Kurslinie eine Strecke. Der Preis steht im Entwurf selbst. Die Verzerrung wächst mit dem Abstand vom Äquator: In einer heutigen Karte derselben Abbildung erscheint Deutschland etwa 3-mal so groß wie in Wirklichkeit und Grönland so groß wie Afrika. Für Seefahrt und äquatornahe Vermessung taugt die Abbildung, für höhere Breiten wie Europa und Nordamerika weniger; erst die querachsigen Zylinderabbildungen von Johann Heinrich Lambert und Carl Friedrich Gauß führten später zu UTM.

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