Chocolaterie Menier Noisiel

1872 · Iron Frame with Brick Infill · Werk 79 von 1.871

Chocolaterie Menier Noisiel, 1872, Iron Frame with Brick Infill

The Menier chocolate mill at Noisiel straddling the Marne on masonry piers, its diagonal iron lattice frame filled with patterned brick panels bearing cacao flower motifs, water wheels below.

Wofür es benutzt wurde
Jean-Antoine-Brutus Menier, Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse in Paris, übernahm 1825 eine bestehende Mühle an der Marne, um pharmazeutische Pulver zu mahlen. Die Schokolade kam als Überzug für die Wirkstoffe hinzu, und bis 1862 lief beides nebeneinander; 1863 entschied sein Sohn Émile-Justin, Noisiel ganz der Schokolade zu widmen. Das Überzugsmittel hatte das Produkt aufgefressen. Der Mühlenbau von 1871/72 steht auf Pfeilern im Fluss, Wasserturbinen treiben die Kakaomahlwerke, der Prozess läuft über drei Geschosse. Bis 1914 war es nach Angaben der BnF die größte Schokoladenfabrik der Welt. Die Produktion endete 1994, von 1996 bis 2020 saß hier die Zentrale von Nestlé France, seither steht das Werk leer und wird umgebaut.
Was daran neu war
Eisen wurde damals üblicherweise hinter Stein versteckt. Hier ist das Fachwerk sichtbar und trägt: Die Denkmalbeschreibung sagt, die Wände seien wie die Träger einer Brücke gerechnet, ein rechteckiger Rahmen aus Blechträgern und Winkeln; die Ziegel sind nur Füllung und bilden im Muster das M der Meniers und die Kakaoblüte. 460 Tonnen Metall auf 485 Quadratmetern Grundfläche. Es ist nicht das erste Eisenskelett - die Fachliteratur nennt es eines der ersten Gebäude mit vollständig metallischem Tragwerk und verweist auf die große Schmiede von Le Creusot der 1860er Jahre. Neu ist, dass das Tragwerk zugleich der Schmuck ist. Das Skelett stammt von Armand Moisant, die Keramik von Émile Muller.

Zum Weiterlesen