1964 · Custom Integrated Circuits · Werk 849 von 1.871
An incoming inspection room in an electronics plant in Anaheim in California, on a grey steel table a small square box of milky translucent plastic with twelve compartments in three rows of four, in each compartment a tiny white rectangular flat package six millimetres long with a thin gold rim and fine gold leads reaching out at both sides, every package plain smooth and unmarked, one package lifted out and held in a small spring clip by a hand in a short white shirt sleeve, a stereo microscope, a stack of ruled sheets lying face down, a bare pale green wall, bright daylight from tall windows on the left.
Wofür es benutzt wurde
Autonetics, die Lenkungssparte von North American Aviation, brauchte für den Bordrechner der Minuteman II Schaltungen, die es im Katalog nicht gab. Texas Instruments gewann im Herbst 1962 den Auftrag und entwickelte dafür kundeneigene integrierte Schaltungen; das Computer History Museum nennt es das erste große Programm kundeneigener Schaltungen der Branche. Das Museumsstück ist auf 1964 datiert und enthält 12 Schaltungen in einem Kunststoffkästchen; es war ein Geschenk von Texas Instruments. Clevite und Westinghouse entwickelten ebenfalls Schaltungen für das Minuteman-Programm, Westinghouse den linearen Teil.
Was daran neu war
Neu war nicht die integrierte Schaltung, sondern die Richtung des Entwurfs: nicht der Hersteller bietet Logikbausteine an, die der Kunde zusammensetzt, sondern der Kunde lässt Schaltungen nach seinem Rechnerentwurf entwickeln. Nach Darstellung des Computer History Museum war das das erste große Programm dieser Art. Bis 1965 überholte das Minuteman-Programm die Beschaffung für NASAs Apollo und wurde der größte einzelne Abnehmer integrierter Schaltungen. Damit waren die beiden größten Abnehmer integrierter Schaltungen das Mondprogramm Apollo und eine Interkontinentalrakete.
Was die Quellen offenlassen: Objektsatz und Silicon-Engine-Seite des Computer History Museum nennen die Zahl der kundeneigenen Schaltungen verschieden: 13 im Objektsatz zum Museumsstück, 22 auf der Silicon-Engine-Seite. Stückzahlen, Preise und die Zahl der Schaltungen je Rechner nennt keiner der beiden Texte. Dass Westinghouse den Linearteil lieferte, steht in Ed Sacks Bericht für dasselbe Museum.
Zusammenhänge
Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.