The Dual In-Line

1965 · Ceramic Dual In-Line Package · Werk 855 von 1.871

An assembly bench in a computer works in California, a green circuit board drilled with rows of small holes lying in a plain wooden frame, along it a row of small oblong ceramic packages two centimetres long, each with a plain smooth unmarked dark grey lid and two rows of seven short silvery legs set into the holes, a hand in a white shirt sleeve pressing one more package into its row with the thumb, beside the board a further package still held in a flat silver stamped frame, its legs joined along a continuous edge strip, a reel of solder wire, small side cutters, warm work light from above.

Wofür es benutzt wurde
Fairchild bewarb das Dual-in-line-Gehäuse, ein Steckgehäuse für integrierte Schaltungen, im Dezember 1965 ausdrücklich für Hersteller kommerzieller Geräte: die Anschlüsse hätten Toleranzen für Löcher nach handelsüblichen Bohrmaßen, man könne Standardplatinen nehmen, es im Schwall löten und es wie ein beliebiges Einzelbauteil behandeln. Zu seinen Großkunden zählte Fairchild laut Electronics im August 1965 die Division Advanced Scientific Instruments der EMR Corp. und Burroughs, beide im Rechnerbau, sowie Hughes Aircraft. Der Unterschied zur Montagepraxis war der entscheidende Punkt: Flachgehäuse wurden meist unter dem Mikroskop und einzeln gefügt, eine mit Steckgehäusen bestückte Platine ließ sich in einem Durchgang schwalllöten. Das Einsteckwerkzeug von Technical Devices in Culver City setzte über 10 Schaltungen je Minute.
Was daran neu war
Neu waren Größe und Rastermaß, nicht die Verkleinerung. George Sideris, Manufacturing Editor von Electronics, schrieb im August 1965, das Gehäuse wirke neben den Flachgehäusen groß, grob und unhandlich, sei aber fast 4 mal so groß und dadurch leichter und billiger zu handhaben; es hatte 14 Anschlüsse in 2 Reihen von je 7, Reihenabstand 0,3 Zoll, Raster 0,1 Zoll, doppelt so weit wie beim Flachgehäuse, und die Leiterbahnen konnten unter dem Gehäuse durchlaufen. Allein war Fairchild nicht: Texas Instruments hatte im Mai 1965 ein eigenes Steckgehäuse mit 2 Reihen von je 8 Rundstiften, die Reihen 0,2 Zoll auseinander, angekündigt, nicht austauschbar mit dem Fairchild-Gehäuse, und Sylvania gab an, sein ähnliches Gehäuse sei aus eigener Marktanalyse entstanden. Der Widerhaken: weil die Gerätebauer keine Einzelquelle wollten, drängten sie ihre Lieferanten zum gleichen Gehäuse - der Entwurf wurde Industriestandard und damit Allgemeingut.

Was die Quellen offenlassen: Ein Patent auf das Gehäuse war nicht zu finden, auch nicht über Erfinder- und Anmeldersuche; das ist kein Negativbeweis. Das Entwurfsjahr ist offen: das Computer History Museum nennt 1965, die zeitgenössische Quelle datiert nur die Einführung im März 1965. Die Zahlen zu Montagekostenersparnis stammen nach Kennzeichnung des Journalisten von Fairchild selbst. Stückzahlen und ein Gehäusepreis fehlen.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausMicrologic1960Fairchild setzte seine ersten Micrologic-Schaltkreise in abgewandelte Transistordosen mit bis zu zehn Anschlüssen. Gegen die Zwänge, die das kreisförmige Anschlussbild runder Metalldosen der Leiterplatte auferlegte, ersann Rex Rice ein Gehäuse mit einer Anschlussreihe; Bryant Rogers schlug vor, es umzulegen und eine zweite Reihe anzufügen. 1965 entstand mit Don Forbes das Dual-in-line-Gehäuse.Beleg: 1965: Package is the First to Accommodate System Design Considerations (Computer History Museum, The Silicon Engine) · "A Company of Legend": The Legacy of Fairchild Semiconductor (Computer History Museum)

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