The Micro-Professor

1981 · Z80 Learning Computer · Werk 915 von 1.871

An evening class in a training room in Taiwan, long tables with a dozen small learning computers opened flat, each a book-shaped case of cream-white plastic, its left inner cover plain pale beige, on the right a green circuit board with black chips, a round silver loudspeaker, a row of six small red display windows glowing, below them a black keypad with grey keys, small plain white keys and one orange key, hands in white short-sleeved shirts tapping the white keys, the students seen from directly behind with faces turned fully away, at the front a shelf where closed cases stand upright between bound manuals, spines turned away, fluorescent tubes, ceiling fans.

Wofür es benutzt wurde
Das MPF-I war ein Lehrgerät im Buchformat: Das Gehäuse stand wie ein Lehrbuch im Regal, aufgeschlagen lag der Z80 selbst auf der Platine, mit 36 Tasten, sechsstelliger Siebensegmentanzeige, Lautsprecher und Kassettenanschluss. Ein Werbetext nennt als Zweck Lernmittel für Studenten und Bastler, Lehrhilfe für Dozenten der Elektrotechnik und Informatik, Versuchsaufbau und preiswerte Platine für Erstausrüster. Max D. Soffe, Geschäftsführer des Vertriebs Flite Electronics International, sagt im Elektor-Interview, Flites Kundschaft sei "mainly tertiary education, universities and colleges" gewesen, weil das Gerät für Privatleute noch teuer war; eine doppelseitige Anzeige in Wireless World habe 100 Stück in 3 Wochen verkauft. Das Fernlehrinstitut Christiani in Konstanz ergänzte seinen MPF-Lehrgang um eine eigene Ein-Ausgabe-Karte.
Was daran neu war
Kennzeichnend war nicht die Elektronik, sondern die Form. Elektor ordnet das Gerät selbst ein: 1981 gab es viele Bücher über den 1976 eingeführten Zilog Z80, dieses Buch war anders - es enthielt den Mikroprozessor. Multitech, 1976 in Taipeh von Stan Shih, Carolyn Yeh und 5 weiteren Geschäftspartnern gegründet und seit 1987 Acer, hatte vorher schon Mikroprozessor-Lernsysteme gefertigt; ein Erstling seiner Gattung war das MPF-I also nicht. Der Widerhaken steckt im Erfolg: Soffe sagt, Acer habe sich dem wachsenden Personalcomputermarkt zugewandt, die kleinen Z80-Lerngeräte seien "effectively loss-making" gewesen - das Gerät, das der Firma den Weg bahnte, trug sie nicht. Flite baute noch etwa ein halbes Jahr vor dem Interview von 2021 ein Los von 25 Stück für eine Universität im Nahen Osten.

Was die Quellen offenlassen: Der Einführungspreis ist nicht belastbar: US$ 149 steht nur auf Sammlungsseiten ohne Quellenangabe, 500 DM auf einer Hobbyseite, die zugleich eine falsche Bauzeit nennt. Gesamtstückzahlen sind nicht belegt. Soffes Interview ist eine Erinnerung nach 40 Jahren und widerspricht sich im Ort (Hsinchu beziehungsweise Taipeh) und in der Reihenfolge von MPF-1 und MPF-1B. Das Museumsexemplar in Cambridge ist ein MPF-1B von 1984.

Zum Weiterlesen