1985 · East Bloc Arcade Machine · Werk 919 von 1.871
A youth club in Karl-Marx-Stadt in winter, against brown patterned wallpaper a tall narrow arcade cabinet of pale oak-grain wood, at its top a black light box glowing plain red, below a dark recess with a row of small coloured squares from yellow to violet above a slanted screen glowing with a blue and white maze, at its right a plain white side panel, a black control board with a silver joystick, two teenagers in a pale denim jacket and a quilted anorak seen from directly behind with faces turned fully away, one at the joystick, the other waiting with a coin in his hand, a stack of wooden chairs.
Wofür es benutzt wurde
Der Poly-Play war der einzige in Serie gebaute Spielautomat der DDR, hergestellt vom VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt, dessen Hauptgeschäft Lehrmittel für Schulen waren. Aufgestellt wurde er nach Darstellung von robotrontechnik.de vor allem in Ferienheimen, Jugendklubs, Hotels und Gaststätten; arcade-history.com nennt Ferienheime des FDGB und Jugendherbergen. Dafür brauchte man eine Zulassung des Staatszirkus der DDR, Fachgebiet Spielwesen, und bei öffentlichem Betrieb eine Spielgenehmigung des Rates des Kreises. Ein Spiel kostete ein 50-Pfennig-Stück; statt Münzen gingen auch Wertmarken des FDGB, und der Betreiber konnte das Gerät per Umschalter auf Freispiel stellen. Das Grundgerät ohne Spiele kostete 21.950 Mark, die Spiele je 400 bis 750 Mark.
Was daran neu war
Technisch war der Poly-Play kein Vorreiter: Bussystem K1520, 8-Bit-Prozessor U880 mit 2,4576 MHz, als Bildschirm ein umgebauter Farbfernseher Colormat, und mehrere Spiele folgten westlichen Vorbildern - "Hase und Wolf" hatte nach robotrontechnik.de Pac-Man zum Vorbild und den Namen von einer sowjetischen Trickfilmserie. Zusammengesetzt war er aus Teilen anderer Serien: Die Tastenelektronik war der Senderspeicher eines Fernsehempfängers, die Münzkassette stammte vom Münzfernsprecher Mü69, der Münzzähler war als Telefongesprächszähler gebaut. Die Bauform 4 ab 1989 bekam eine eigene Prozessorkarte, vor allem, weil Robotron die K1520-Platinen einstellen wollte; erst damit waren 10 statt 8 Spiele wählbar. Jedes Spiel musste eine Inhaltsprüfung bestehen: "UFO" bekam keine Zulassung und wurde durch "Hagelnde Wolken" ersetzt.
Was die Quellen offenlassen: Die Stückzahl ist eine Schätzung: robotrontechnik.de nennt knapp über 2000 in 6 Jahren und schreibt, die genaue Zahl liege nicht vor; arcade-history.com schätzt 1000 bis 1500 und nennt 1492 als höchste bekannte Seriennummer, während robotrontechnik.de Geräte mit 2005 und 2010 führt. Zum Preis nennt robotrontechnik.de 21.950 Mark für das Grundgerät, das Computerspielemuseum 35.000 Mark; ob dort ein bestücktes Gerät gemeint ist, sagt keine Quelle.