The Anita

1961 · Thyratron Tube Desk Calculator · Werk 922 von 1.871

A payroll office in London on a rainy morning, on an oak desk a broad low calculator forty centimetres wide with a cream-beige case, its sloping blue-grey keyboard set with ten columns of round cylindrical keys in alternating cream and grey, every key plain, smooth and unmarked, at the back a raised dark blue panel with a row of twelve small glass tubes glowing soft orange, along the front a plain chrome strip with a plain blue panel, beside it an adding machine under a grey cloth cover, a woman in a knitted cardigan seated at the machine, seen from directly behind, face turned fully away, rain on a tall sash window.

Wofür es benutzt wurde
Die Anita Mk 8 war ein elektronischer Tischrechner, entwickelt von der Bell Punch Company und in Großbritannien vertrieben von Sumlock Comptometer. Für ihre Ausgabe vom Dezember 1961 ließ die Zeitschrift Office Magazine eine 16-jährige Schreibkraft ohne Erfahrung an Rechenmaschinen von Sumlock anlernen; nach je einer Stunde Unterricht und Übung bewältigte sie Aufgaben wie Rechnungsaufstellung und Lagerbuchhaltung, geprüft an Lohn- und Währungsrechnung in Pfund, Shilling und Pence. Ein Werksfoto zeigt eine Anita Mk 8 um 1963 in einer Buchhaltung; Nigel Tout kommt nach Vergleich zweier Bildunterschriften zu dem Schluss, es sei die Buchhaltung des Londoner Kaufhauses Selfridges. Eine Werbeunterschrift des Herstellers nennt Banken und andere Betriebe in Großbritannien sowie Firmen im Ausland als Nutzer. Die Muttergesellschaft Lamson Industries räumte in The Times am 30. April 1962 ein, die für Ende 1961 geplante Fertigung sei durch technische und Lieferschwierigkeiten zurückgeworfen worden; nennenswerte Mengen kamen erst ab Dezember 1962.
Was daran neu war
Die Anita rechnete ohne bewegte Teile außer der Tastatur: etwa 180 Kaltkathodenröhren, ein Dekatron als Taktgeber, ein einziger Transistor, Anzeige 12 Stellen. Office Magazine fasste 1961 den Unterschied so, dass es seit Willgodt Odhners Sprossenradmaschine von 1874 keinen solchen Umbruch bei Tischrechnern gegeben habe, und dass die Anita nicht nur schnell rechne, sondern dabei völlig lautlos sei. Die Vollklaviatur wie beim mechanischen Comptometer hatte einen Vorteil: Ein Tastendruck addierte die Zahl sofort, und alle Finger konnten gleichzeitig arbeiten - eine geübte Kraft addierte 10 Zahlen in 5,5 Sekunden. Genau die Lautlosigkeit war in der Praxis ein Mangel: Bedienerinnen mechanischer Comptometer vermissten anfangs das Geräusch, das sonst Beginn und Ende der Rechnung anzeigte.

Was die Quellen offenlassen: Die Auflösung des Namens ist nicht gesichert: Nigel Tout schreibt, ANITA stehe "variously" für "A New Inspiration To Arithmetic" und "A New Inspiration To Accounting"; das Smithsonian nennt keine. Innerhalb der Familie weichen die Daten ab: Der Mk 8 wurde im Oktober 1961 in London gezeigt, der Mk VII war nach Nigel Tout Ende 1960 verkaufsfertig, nach Chefingenieur John Lloyd gab es erst 1960 einen funktionierenden Prototyp, und Lloyd datiert den Start des Mk 8 auf September 1961.

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