1966 · Capacitor-Memory Desk Calculator · Werk 928 von 1.871
A repair workshop for office machines in Tokyo at midday, on a steel workbench a light grey calculator forty-six centimetres wide with the back of its case opened, a hand in a white shirt cuff drawing out of it a brown circuit board, on its left half twelve dense rows of small red capacitors, on its right half small transistors with coloured caps, a row of gold contacts along its lower edge, every part plain, smooth and unmarked, beyond it in the long dark front window of the machine a row of fourteen small glass tubes glowing soft orange and out of focus, a soldering iron in its stand, cool fluorescent light.
Wofür es benutzt wurde
Der Toscal BC-1411 war ein elektronischer Tischrechner von Tokyo Shibaura Electric (Toshiba); die Produktion begann im November 1966; der Rechner hatte 14 Nixie-Stellen vom Typ CD-66, die 4 Grundrechenarten mit direkter Prozentrechnung, einen Speicher und einen Dezimalpunkt, der auf 0, 3 oder 6 Stellen gesetzt wurde; er wog 37,5 Pfund und nahm 25 W auf, der Takt lag bei 40 kHz. Zum Vorgängermodell BC-1001 schreibt das Old Calculator Museum, es sei möglicherweise nur in Japan verkauft worden, weil Tokyo Shibaura Electric damals erst eine Vertriebsbasis in den Vereinigten Staaten aufbaute.
Was daran neu war
Der Arbeitsspeicher bestand aus diskreten Kondensatoren: 15 mal 12 Stück, zusammen 180 Bit, gelötet auf einer Leiterplatte; die gesamte Logik hatte 286 Transistoren, fast alle Germanium-PNP vom Typ 2SA50 aus eigener Fertigung. Andere Rechner der Zeit benutzten Kernspeicher, Verzögerungsleitungen, Flipflop-Register oder umlaufende Magnetspeicher. Der Vergleich mit dem späteren DRAM liegt nahe und trifft doch nicht denselben Gegenstand: Robert Dennards Patent US 3.387.286 wurde am 14. Juli 1967 angemeldet und am 4. Juni 1968 erteilt, und es beansprucht in Anspruch 7 eine Zelle, die nur aus einem Feldeffekttransistor und einem Kondensator besteht, also die monolithisch integrierte Zelle, während der Toscal bedrahtete Bauteile in einer Matrix hatte.
Was die Quellen offenlassen: Die Verwendung ist nicht belegt; die einzige ausführliche technische Darstellung stammt von Rick Bensene nach Öffnen des Geräts. Firmenunterlagen fehlen: Bensene schreibt, Toshiba habe das Rechnergeschäft Anfang der 1980er Jahre verlassen und dabei nichts aufbewahrt. Der Preis von 1.695 Dollar ist dort als Schätzung markiert; Yen-Preis und Diodenzahl fehlen. Bonhams nennt den Speicher "a unique form of dynamic random access memory (DRAM)", nicht das erste DRAM.